Das Verschwinden von MH370 und der Abschuss von MH17 bekam auch das dreiköpfige Team im Offline-Büro von Malaysia Airlines (MH) in Zürich zu spüren. Verkaufsleiter Thaison Chung: «Ich kann nur für den Schweizer Markt sprechen. Nach beiden Vorfällen verzeichneten wir Annullationen und einen Einbruch bei den Neubuchungen. Nun sehen wir aber einen Silberstreifen am Horizont. Die Nachfrage und die Buchungen erholen sich, wenn auch langsam. Eine Spezialaktion im August wurde vom Markt der Situation entsprechend gut aufgenommen.»
Zum geplanten Abbau von 6000 Stellen im Zuge der Verstaatlichung von MH meint er: «Ich habe gehört, dass den meisten Betroffenen eine Stelle bei anderen staatlichen Betrieben angeboten werden soll. Ob Offline-Büros betroffen sein werden, sollte bis Ende Jahr feststehen. Die Schweiz war für MH immer ein interessanter Markt. Mit unseren tiefen Kosten und den unter normalen Umständen guten Umsätzen bin ich eigentlich ganz zuversichtlich, dass es hier weitergehen wird.»
Die Airline hatte im Januar 2008 nach 18 Jahren die Verbindung Zürich-Kuala Lumpur eingestellt. Nun verkaufe man dank Interline-Agreements Flüge via die Gateways Amsterdam, Paris, Frankfurt und London, wobei Amsterdam wegen der tiefen Flughafentaxen und Paris wegen des A380-Produkts speziell nachgefragt würden.
Zu dem in diversen Medien publizierten Foto einer Familie in einer leeren MH-Maschine erklärt er: «Dieses Foto stammt aus Social-Media-Kanälen. Damit wurde der Eindruck erweckt, unsere Maschinen würden fast leer abheben, was nicht zutrifft. Die Familie hat gegenüber der malaysischen Zeitung, die das Foto als Erste gebracht hatte, erklärt, dass sie wie üblich bei Familien als Erste einsteigen konnten und in der noch leeren Maschine ein Erinnerungsfoto geschossen und via Social Media veröffentlicht hätten, was nun von einigen Medien missbraucht worden sei.»
Urs Hirt
