Zahlreiche Übernahmeangebote für Cyprus Airways (Ausgabe 2014-42)

Auch Ryanair interessiert sich für die zypriotische Airline.

Bis September konnten Interessenten ein unverbindliches Angebot für Cyprus Airways abgeben. Bereits seit einiger Zeit versucht die zypriotische Regierung, die 93,7% der staatlichen Airline besitzt, ihre Anteile zu verkaufen. Laut Meldungen der zypriotischen Zeitung «Phileleftheros» haben acht potenzielle Investoren ihr Interesse angemeldet und ein Angebot abgegeben. Prominentester Vertreter ist dabei Europas grösster Low Coster Ryanair. 

Bereits Mitte August hatten sich Ryanair-Vertreter mit der zypriotischen Regierung und Vertretern der zum Verkauf stehenden Fluggesellschaft getroffen und Gespräche geführt. Sollte Ryanair den Zuschlag erhalten, würde der Brand Cyprus Airways laut Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs beibehalten und Zypern zu einem neuen Hub im östlichen Mittelmeer für den Low Coster werden. Ryanair hat aber bereits jetzt beim zypriotischen Amt für Zivilluftfahrt um ein zypriotisches Air Operator Certificate (AOC) angefragt. Experten gehen davon aus, dass taktische Gründe dahinterstecken könnten. Mit dem eigenen AOC wäre es Ryanair möglich, in Zypern einen Hub aufzubauen, um vor allem die Strecken Richtung Nahost zu bedienen, die Cyprus Airways bisher nicht anbieten konnte. Mit dieser Aussicht könnten allfällige Konkurrenten bei der Cyprus-Airways-Übernahme verunsichert werden. 

Neben Ryanair interessiert sich auch die private griechische Fluglinie Aegean Airlines für die Cyprus-Airways-Anteile. Ihr wird die grösste Chance für den Zuschlag prophezeit. Der zypriotische Minister für Kommunikation und Arbeit, Marios Demetriades, nannte als weitere mögliche Kandidaten für die Übernahme Arkia Israeli Airlines, ein prominenter russischer Investor mit Schweizer Staatsbürgerschaft, «Cyprus Air» (eine Gemeinschaft aus Cyprus-Airways-Piloten und einem weiteren russischen Investor), die Arevenca Group (ein Joint Venture zwischen Fly Aruba und der spanischen Triple Five Group) sowie die libanesische Airline MEA. Blue Air aus Rumänien und die russische S7 Airlines hätten sich hingegen aus dem Rennen zurückgezogen. 

Als nächster Schritt werden nun die unverbindlichen Angebote geprüft und danach – es heisst Anfang November  eine Shortlist erstellt. Die dort aufgeführten Unternehmen werden anschliessend eingeladen, ein verbindliches Angebot abzugeben.

Nathalie de Regt