LAN, TAM, LATAM. Der ein oder andere ist noch verwirrt ob dieser Kürzel. Herr Lizana, würden Sie es uns noch einmal erklären?
LAN Airlines und TAM Airlines haben 2012 fusioniert und gehören jetzt zusammen unter das Dach der LATAM Airlines Group. Die Marken bleiben bestehen, LAN für den spanischsprachigen Teil Südamerikas und TAM für den brasilianischen Markt. Zudem gibt es Tochtergesellschaften im Domestic-Bereich, zum Beispiel in Ecuador und Chile.
Was hat sich unter dem neuen Dach verändert?
Es gibt nun eine Tarifstruktur für ganz Südamerika. Das heisst, alle LAN- und TAM-Tarife lassen sich kombinieren. Somit bieten wir als Einzige ganz Südamerika aus einer Hand an mit den entsprechenden Vorteilen. Dazu gehört der South American Airpass, mit welchem LAN-, TAM- aber auch Iberia-Kunden auf Flügen innerhalb Südamerikas bis zu 60% vergünstigte Tarife bekommen, die Gepäckbestimmungen sind überall gleich, und beim Umsteigen geniessen LAN- und TAM-Passagiere höchste Priorität. Obwohl die LATAM Group Oneworld-Mitglied ist, kann man mit der TAM übrigens noch immer Miles&More-Meilen sammeln.
Weder LAN noch TAM fliegen bis anhin in die Schweiz. Welche Bedeutung hat der Markt für LATAM?
Für uns ist die Schweiz der wichtigste Offline-Markt. Durch die Partnerschaft mit fünf europäischen Airports Frankfurt, Paris, London, Madrid und Mailand und die Zubringerdienste über Swiss und Lufthansa haben wir die Schweiz sehr gut abgedeckt und bieten viele Alternativen. Flüge in die Schweiz sind derzeit übrigens nicht geplant.
Welches sind die wichtigsten Strecken ab der Schweiz?
Unser Hauptdrehkreuz nach ganz Südamerika ist São Paulo, das wir von allen fünf europäischen Hubs täglich mit der TAM bedienen. Dank eines neuen Terminals gibt es dort optimale Umsteigemöglichkeiten, unter anderem nach Buenos Aires, Rio, Lima, Montevideo, aber auch Córdoba oder Iguazú. Auf Platz zwei ist Santiago de Chile. Hier fliegen Sie in der Schweiz am Abend los und sind über Madrid am frühen Morgen in Santiago. Da bieten wir ganz sicher das beste Produkt im Markt.
Wie kümmert sich LATAM um die Schweizer Veranstalter und Reisebüros?
Wir haben nun ein gemeinsames Büro in Zürich. Von dort aus betreuen zwei Sales- mitarbeiter die Deutsch- und die Westschweiz gemeinsam. Unseren Agency-Helpdesk erreicht man über eine einheitliche LATAM-Telefonnummer. Vor allem mit Geschäftsreisebüros arbeiten wir viel zusammen und bieten dort in erster Linie Tarifprodukte an.
Es heisst, gerade in Lateinamerika gebe es derzeit noch das grösste Potenzial für Low-Cost-Airlines. Haben Sie da entsprechende Befürchtungen?
Nein. Im Vergleich zu Europa ist das Problem mit der Billigkonkurrenz nicht so gross. Innerhalb Südamerikas kann man zu sehr günstigen Preisen fliegen. Wir haben uns schon vor einiger Zeit gewappnet und sehr viele Elemente der sogenannten Low-Coster übernommen: Wir haben die Preise gesenkt und die Zahl der Passagiere im Inland von 2013 auf 2014 um fast 10% gesteigert, wir bieten kurze Rotationszeiten, einen schnellen Online-Check-in und haben eine sehr moderne Flotte. Wir werden zum Beispiel der erste Carrier in der westlichen Hemisphäre sein, der den A350 bekommt.
Haben Sie auch vom WM-Effekt in Brasilien profitiert?
Südamerika boomt ohnehin, zum Beispiel Chile wächst touristisch enorm. Wir profitieren auch davon, dass unsere Region ein sehr sicheres Reiseziel ist. Das hat sich während der Fussball-WM in Brasilien gezeigt, die zudem sehr gut organisiert war. Ähnliches erwarten wir für die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Da das Olympische Komitee in der Schweiz sitzt, hoffen wir auf viele Geschäftsreisende.



