Vom Abenteurer zum erfolgreichen Unternehmer (Ausgabe 2015-14)

R2VvZmZyZXkgS2VudCAoNzIpLCBHcvxuZGVyLCBWb3JzdGFuZHN2b3JzaXR6ZW5kZXIgdW5kIENFTyB2b24gCkFiZXJjcm9tYmllICYgS2VudCAoQSZLKSwgYmF1dGUgZGFzIFVudGVybmVobWVuIHZvbiBudWxsIGF1Zi4=

Mister Kent, erinnern Sie sich an die erste Safari, die Sie organisiert haben?

Ja, das war 1962 in Kenia. Ich war mit einer Familie unterwegs. Es war alles sehr primitiv, es gab keine Logdes oder Ähnliches. Als ich das Ehepaar am Ende der Safari gefragt habe, ob ihm die Reise gefallen habe, lächelte es freundlich und antwortete, dass es ein Erlebnis gewesen sei, welches es aber niemandem weiterempfehlen würde.

Der Start war nicht wirklich erfolgreich…

Nein (lacht). Ich wusste nun aber, was ich für die nächste Safari ändern musste. Ich organisierte einen grossen Militärlastwagen, komfortable Zelte und entwickelte tragbare Kühlboxen, sodass wir kalte Getränke, Kaviar und Lachs servieren konnten. Es sollte an nichts fehlen. Wir verkauften die Safari für 100 Dollar pro Tag und Gast – die anderen kosteten 25 Dollar – und wir waren innert kurzer Zeit ausgebucht.

Welches Erlebnis ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?

Ich war mit Richard Burton auf Safari in Kenia. Wir hatten soeben am Mara-Fluss alles für den Sundowner vorbereitet. Plötzlich hörte ich Löwengebrüll und laute Tierschreie. Wenige Meter vor uns rangen vier Löwen mit einem Büffel. Ich schmiss die Bar um, die Kristallgläser und das Porzellan flogen durch die Luft und wir verbarrikadierten uns dahinter. Die Löwen töteten den Büffel vor unseren Augen. Burton war tief beeindruckt und fragte mich, ob ich dieses Spektakel noch einmal organisieren könne, wenn er mit seiner Begleitung wieder komme… 

A&K hat sich auf das besondere Erlebnis spezialisiert. Was ist neu im Angebot?

Seit kurzem arbeiten wir mit verschiedenen Firmen zusammen, z.B. mit Landrover. Die Gäste können sich selbst hinters Steuer setzen und die Big Five in Botswana entdecken oder durch die Sossusvlei in Namibia fahren. Auch mit dem Auktionshaus Christie’s haben wir eine exklusive Kooperation. Dies ermöglicht uns, unseren Gästen Türen zu Museen zu öffnen, die sonst geschlossen bleiben, oder auch private Sammlungen zu besuchen. Begleitet werden die Gäste von ausgewiesenen Experten. Neu sind auch die Reisen im Privatjet. Dies sind alles sehr teure Arrangements. Deshalb bieten wir unter dem Namen Connections auch etwas günstigere Reisen für 5000 bis 7000 Dollar an. Auf diesen Gruppenreisen kommen die Gäste in den Genuss der gesamten A&K-Infrastruktur, aber die Hotels sind etwas günstiger.

Welche Destinationen sind zurzeit top?

Sri Lanka gehört sicherlich dazu, wo wir eine neue DMC eröffnet haben. Das Land ist wunderschön, die Leute freundlich und die Kultur spannend. Myanmar ist ein Land, das sich in den letzten 1500 Jahren kaum verändert hat. Entdecken kann man es mit unserem neuen Schiff Sanctuary Ananda. Südamerika mit Brasilien, Argentinien, Patagonien, Galapagos etc. gehört ebenfalls auf die Liste. Und in Madagaskar müssen wir auf jeden Fall auch etwas anbieten. 

Wie definieren Sie Luxus?

Was unsere wohlhabenden Gäste suchen, sind Erlebnisse, die einmalig sind und die sie nie wieder vergessen werden. Es geht darum, ein Land authentisch kennenzulernen und sich nicht als Tourist zu fühlen. 

Was fehlt noch auf Ihrer Wunschliste?

Zurzeit organisiere ich für Mai 2016 eine Weltreise mit dem Privatjet. Auf dieser Reise besuchen wir all jene Plätze, die ich noch unbedingt sehen möchte oder die zu meinen Lieblingen gehören. Zuerst werden wir Kolumbien besuchen. Von dort geht es zu den Osterinseln, wir gehen in Französisch-Polynesien tauchen, fliegen zu den Solomon-Inseln, in den Süden der Philippinen, in die Wüste Gobi in der Mongolei und nach Usbekistan. Danach sind wir in St. Petersburg, bevor die Reise mit einem Zwischenhalt in Grönland in New York endet. Rund die Hälfte der 48 Plätze ist bereits gebucht. Wenn ich diese Reise gemacht habe, weiss ich wirklich nicht mehr, was noch auf meiner Wunschliste stehen könnte (lacht)!

Nathalie de Regt