Der spanische Tourismus hat einen Knick hinter sich. Aufgrund der Wirtschaftskrise wurde weniger gereist, weniger investiert, weniger weiterentwickelt. Der Domestic-Markt brach zwischenzeitlich regelrecht ein. Inzwischen sieht es wieder viel besser aus, wie das Beispiel von Mallorca zeigt.
Sinnbildlich für den Wiederaufschwung steht der Kongresspalast in der Hauptstadt Palma. Das Projekt existiert seit Jahren und drohte während eines zweijährigen Baustopps zu versanden. Seit letztem Jahr wird nun wieder gebaut, und endlich konnte man sich auf einen Betreiber einigen. Barcelo setzte sich knapp vor Melia durch und hat den Zuschlag plus eine Kaufoption für das Tagungshotel erhalten. So ganz über die Bühne ist die Sache noch nicht; gegen den günstigen Kaufpreis des Hotels von EUR 40,5 Mio. gibt es Einwände, und eventuell wird die Vergabe nochmals neu aufgerollt. Aber immerhin ist wieder Bewegung im Projekt.
Dasselbe gilt für die Hotellerie. In den Jahren seit der Krise wurden insgesamt EUR 400 Mio. in die Infrastruktur investiert, was sich in vielen zusätzlichen Hotelsternen äussert. Und es geht weiter: Das Riu Bravo an der Palma de Playa wurde soeben für EUR 15 Mio. rundumerneuert und um 100 Zimmer aufgestockt. Und Steigenberger feiert mit der Wiedereröffnung des ex-Dorint-Hotels in Camp de Mar seinen Einstand auf Mallorca.
Wenn der Motor auf dem Land wieder brummt, braucht es entsprechende Fluganbindungen. 23 Millionen Sitzplätze von und nach Palma sind für 2015 gemäss der «Mallorca Zeitung» geplant, knapp 1% mehr als im letzten Jahr. Fünf Millionen davon entfallen auf Domestic-Flüge unter anderem, weil auch Air Berlin die innerspanischen Verbindungen wieder ausbaut.
Aus dem deutschsprachigen Raum werden in Spitzenzeiten bis zu 400 Flugzeuge pro Woche in Richtung Palma abheben. So war es auch höchste Zeit, dass der Flughafen in diesem Frühling seine neue Fast Lane an der Sicherheitskontrolle eingeweiht hat.
Doch die Touristen kommen nicht nur aus der Luft. Für dieses Jahr werden im Hafen von Palma 575 Kreuzfahrtschiffe erwartet, 19% mehr als im letzten Jahr. Darunter wird auch erstmals das grösste Kreuzfahrtschiff der Welt sein, die Allure of the Seas. Alleine dieses Schiff soll Palma EUR 8,5 Mio. zusätzlichen Umsatz bringen. Insgesamt rechnet man mit 1,65 Millionen Cruise-Passagieren in diesem Jahr. Rein rechnerisch hat es jeden Tag für 40000 Platz der Hafen kann nämlich acht Schiffe à 5000 Pax aufs Mal aufnehmen.
Der erste Gradmesser für das laufende Jahr war Ostern. 600000 Touristen landeten über die Feiertage in Palma. Die Hotels an der Playa de Palma waren um zehn Prozentpunkte besser ausgelastet als im Vorjahr. Das Ostergeschäft war das beste seit 2007 das Jahr vor der Wirtschaftskrise und notabene eines der besten Tourismusjahre aller Zeiten für Mallorca.



