Im Geschäftsreisebereich ist «Traveller Tracking» seit Jahren ein wichtiges Thema. Firmen, die ihre Angestellten auf Reisen schicken, haben eine Fürsorgepflicht zu erfüllen und müssen deshalb gerade in Risikogebieten wissen, wo sich ihre Mitarbeiter befinden und wie es ihnen geht.
Der Schweizer Anbieter Traxess mischt in diesem Tracking-Markt kräftig mit. Das Unternehmen begann 2001 als traditionelles Beratungshaus für Business Travel, später kam das Tracking dazu. Eine gesamtheitliche Assistance-Lösung besteht allerdings nicht: «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere KMU-Kunden häufig nicht ein Gesamtpaket wollen, oft aus finanziellen Gründen», erklärt Gründer und CEO Michael Casati, «bei Bedarf können wir aber Assistance-Partner hinzuziehen.»
Dafür hat Traxess eine Reihe von neuen Funktionen in ihr Tracking-Tool eingebaut. Hat man sich beim Tracking bisher vor allem auf die Flugbuchungsdaten verlassen, gibt es neu einen optionalen Service, dass der Reisende das Betreten und Verlassen des Flugzeugs via App bestätigen muss somit weiss die Firma auf sicher, ob er sich an Bord befindet. Eine Art «Anti-Klumpenrisiko-Funktion» sorgt schon bei der Planung dafür, dass sich nicht mehr als eine definierte Anzahl Mitarbeiter an Bord desselben Flugzeugs befinden.
Traxess will sich aber auch diversifizieren und von der reinen Kombination GDSAirlines etwas lösen. Einerseits will man sich vermehrt auf alternative Verkehrsmittel wie Bus oder Bahn konzentrieren; andererseits sollen künftig nicht nur Passagiere, sondern auch Schiffe oder Waren getrackt werden.
Die Plattform soll zudem auf ein «GDS-unabhängiges Niveau» gebracht werden, sprich man will auch Charterflüge, Direct-Connect-Lösungen oder Privatjets einbinden können. Nicht zuletzt deswegen hat Traxess die Flugvertriebsspezialistin Andrea Muggler (ex Sabre) als Director Global Accounts & Partner Relations an Bord geholt. «Sie bringt das nötige Know-how mit, um neue Kanäle erschliessen zu können», erklärt Casati.
Neue Kanäle will man aber auch bei der Kundschaft erschliessen. Fokussierte Traxess bisher stark auf den Geschäftsreisebereich, ist das Leisure-Geschäft mittlerweile ein wichtiges strategisches Feld. «Mittelfristig möchten wir an Freizeit- und Individualreisende gelangen», so Casati. Konkret würde Traxess sein Tracking-Tool als White-Label-Lösung an die Veranstalter verkaufen, die sie dann beispielsweise in ihre Kunden-Apps einbinden können.
SJ



