Nächste Runde: USA vs. Middle East (Ausgabe 2015-23)

Die Golf-Carrier wehren sich gegen die Vorwürfe der US-Airlines und kontern mit einem neuen Gutachten.

Die CEOs von American Airlines, Delta Air Lines und United Airlines traten im National Press Club gemeinsam auf, um die von ihnen erhobenen Anschuldigungen gegenüber den Golf-Carriern genauer zu erläutern. Dies berichtete der arabische Fernsehsender «Al Jazeera». 

American-CEO Doug Parker erklärte, dass Emirates, Qatar und Etihad Airways ihre Flugfrequenzen in die USA seit Januar, als der Disput begann, um 25% erhöht hätten. Er warf ihnen des Weiteren vor, es mit der Expansion sehr eilig zu haben, um einer allfälligen Blockierung neuer Flüge durch die US-Regierung zu entgehen. United-CEO Jeff Smisek erklärte zudem, dass die US-Airlines mit ausländischen Rivalen konkurrieren können, es aber nicht mit Regierungen oder energiereichen Staaten wie Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten aufnehmen könnten. 

Die US-Airlines unterstellen den drei grossen Middle-East-Carriern, nur schuldenfrei zu sein, weil diese seit 2004 über USD 42 Mia. Staatshilfe von ihren Regierungen erhalten hätten. Deshalb fordern diese nun von der Obama-Regierung, die Abkommen, welche den Airlines aus dem Nahen Osten erlauben, in die USA zu fliegen, neu zu verhandeln. Inzwischen haben die Golfstaaten aber zurückgeschlagen. Diese Debatte hat die Golf-Airlines nämlich dazu verleitet, ein Gegengutachten erstellen zu lassen. Das von Etihad in Auftrag gegebene Gutachten soll nun belegen, dass die US-Airlines in den vergangenen 15 Jahren staatliche Beihilfen von USD 71,5 Mia. erhalten haben. Nur dank dieser Beiträge hätten es die Airlines vom drohenden Konkurs zur Marktführerschaft gebracht. Delta-CEO Richard Anderson stritt indes den Gegenvorwurf der Golf-Airlines ab.

MM