«Bolivien ist eine Chance für die Branche» (Ausgabe 2015-24)

Das Angebot wird professioneller, Beratung vom Profi ist aber gefragt.

Unberührte Nationalparks, der grösste Salzsee der Welt, eine reiche und v.a. noch authentische Indianerkultur und eine gigantische Bergwelt mit etlichen 6000ern: Bolivien hat Natur- und Kulturtouristen Attraktionen für mehrere Ferienwochen zu bieten. Und wer auf den Spuren der Inka wandeln will, findet hier eindeutig mehr Ruhe als etwa auf dem Machu Picchu. 

Trotzdem werde der südamerikanische Binnenstaat ohne Meeranschluss höchstens als «Anhängsel von Peru-Reisen» behandelt – auch vom Trade, sagt Andreas Gross, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika (Arge) in München. Dabei sei Bolivien «eine echte Chance für die Branche. Es ist kein Wagnis mehr, dorthin zu reisen, aber es braucht eine Anmoderation vom Profi.» 

Gemeinsam mit einer staatlichen Förderinstitution aus Holland namens CBI (Centre for the Promotion of Imports from developing countries) fördert die Arge die Kompetenz der bolivianischen Anbieter (DMCs, Hotels, Tourismusorganisationen) in Sachen Marketing und Zusammenarbeit mit westlichen TOs und Retailern. Eine Broschüre inklusive der Anbieter, welche das «Export Coaching Program» (ECP) durchlaufen haben, gibt es auf Anfrage bei der Arge. Darunter sind Partner aus Bolivien, aber auch Kolumbien, Nicaragua und Suriname. 

Zu den Highlights in Bolivien gehört sicherlich der Besuch des Salzsees von Uyuni (Salar de Uyuni) , der 17 Mal so gross ist wie der Bodensee und mit seinen Lichtreflexen v.a. in der Regenzeit zwischen Dezember und April für unvergleichliche Fotomotive sorgt. Mittendrin steht das Hotel Luna Salada, ein Hotel ganz aus Salz – inklusive der Betten. Wichtig für die Kundenberatung: Der See liegt wie viele Attraktionen auf einer Höhe von 3600 Metern. Zeit zum Akklimatisieren sollten sich Gäste dringend nehmen.

Mehrere Tage lassen sich etwa in Tarija (unter 2000m) ganz im Süden verbringen. In der Weinregion Boliviens wachsen die Trauben an den Bäumen und nach einer stündigen Wanderung mit lokalem Guide erreicht man einen einmaligen Kondor-Beobachtungsplatz. Santa Cruz in der Tiefebene im Osten (unter 500m) bietet eine gute Hotelinfrastruktur, in der Region lassen sich Bike-Touren auf alten Inkastrassen unternehmen oder prächtige Klosteranlagen besuchen. Über mehrere spanische Grossstädte gibt es gute Flugverbindungen nach Santa Cruz. 

Stephanie Günzler