Die Vorfreude auf den neuen Airbus A350 ist gross bei Finnair. Die finnische Airline ist europäischer Launchcarrier und weltweit erst die dritte Fluggesellschaft, die den A350 einsetzen wird. Per Anfang Winterflugplan kommt der erste A350-XWB zwischen Helsinki und Shanghai zum Einsatz; bis Ende Jahr folgen noch drei weitere Maschinen, die dann nach Peking, Bangkok und später Hongkong fliegen werden.
Sieben weitere stossen bis Ende 2017 zur Flotte, und per 2013 will Finnair 19 Flugzeuge dieses Typs betreiben. «Unser A350-Investitionsprogramm ist das grösste in unserer 92-jährigen Firmengeschichte, und der neue Flugzeugtyp wird für viele Jahre das Rückgrat unseres Langstreckenbetriebs bilden. Wir können es kaum abwarten, Passagiere an Bord zu begrüssen», freut sich CEO Pekka Vauramo.
Die neuen A350 werden wie die bisherigen Langstreckenmaschinen in einer Zweiklassenkonfiguration fliegen, Business und Economy Class. Die vordersten fünf Reihen der Economy sind Comfort-Sitze mit rund zehn Zentimetern mehr Beinfreiheit und weiteren Extras, die aber nicht als eigene Klasse gelten.
Die Business Class kommt mit Full-Flat-Betten daher, was bisher in drei alten Airbus A340, die nun als Erste ersetzt werden, nicht der Fall war. Jedenfalls hat die neue Kabine für ihr Design bereits den International Yacht & Aviation Award gewonnen, bevor sie überhaupt im Einsatz ist.
Die strategische Stossrichtung mit dieser Flottenerweiterung ist klar: Finnair will möglichst viel Verkehr zwischen Europa und Asien über Helsinki leiten. Dass dies oft der kürzere Weg ist als «unten durch», ist gemäss Ivan Rasovszky, Sales Manager Schweiz, noch nicht allen klar. «Die Reisebüros wissen Bescheid, die Endkonsumenten eher noch nicht. Deshalb auch unser Slogan Your shortcut to Asia.»
Um das Geschäft weiter zu beleben, befindet sich Finnair seit einiger Zeit zusammen mit den Oneworld-Partnern British Airways und Japan Airlines (JAL) im «Siberian Joint Business». Erst im Mai wurden die Codeshare-Partnerschaften mit JAL und auch Qantas nochmals ausgebaut. Die Ausgangslage von Finnair ist nicht schlecht: In Helsinki gibt es, wohl aufgrund des geringen Einzugsgebiets, noch keine direkte Konkurrenz durch Golf-Carriers, und Lowcoster Norwegian konzentriert seine Langstreckenbemühungen eher Richtung Nordamerika statt Asien.
Dennoch ist das Geschäft nach Asien kein Zuckerschlecken. Im vergangenen Jahr verlor Finnair insgesamt EUR 37 Mio., trotz grossen Sparanstrengungen in den letzten Jahren. Als Grund gab CEO Vauramo unter anderem «die anhaltende Krise im Fernost-Verkehr» an.
Mit dem A350, der 25% sparsamer als sein Vorgänger fliegt, soll dies auf der Kostenseite wieder wettgemacht werden. Das vor einigen Jahren formulierte Ziel bleibt bestehen, und es ist ambitioniert: Im Vergleich zu 2010 soll sich der Asien-Verkehr von Finnair bis 2020 verdoppeln sei es mit mehr Destinationen, mehr Frequenzen oder mehr Kapazitäten.



