Enterprise mit Senkrechtstart in der Schweiz (Ausgabe 2015-34)

Innerhalb eines Jahres ist Enterprise Rent-a-Car in der Schweiz beträchtlich gewachsen.

Man kann nicht gerade sagen, dass die Schweiz unbedingt einen neuen Mietwagenanbieter gebraucht hätte. Dafür ist das Wachstum, das Enterprise Rent-a-Car hierzulande hinlegt, beträchtlich. Seit dem Markteinstieg im Juli 2014 mit der ersten Station am Euroairport in Basel hat sich einiges getan. Die Flotte ist innerhalb eines Jahres von anfangs 20 auf heute 800 Fahrzeuge angewachsen. Standorte gibt es inzwischen an den Flughäfen Basel, Zürich, Genf sowie an weiteren Standorten in Basel, Muttenz und Genf. «Bis 2016 streben wir eine Flotte von 1500 Fahrzeugen an», sagt Stefan Baumann, CEO des Lizenznehmers Enterprise Schweiz. Zudem solle es künftig neben den Airport-Stationen auch Stadtbüros in den zehn grössten Städten der Schweiz geben, darunter Zürich, Bern, Luzern, Baar/Zug, Lausanne, Lugano, St. Gallen, Chur, Olten, zudem einige Agenturen.

  

Der Kampf um Platz an den Schweizer Flughäfen sei kein einfacher gewesen, berichtet Baumann. Aber 60% des Schweizer Mietwagengeschäftes erfolge an den beiden internationalen Flughäfen Zürich und Genf. «Somit war es zentral, dort präsent zu sein.» Retailstandorte sowie Schalter- und Parkplätze seien ein rares Gut an allen internationalen Flughäfen. Zudem werde im Verdrängungswettbewerb unter den Mietwagenfirmen um jeden Quadratmeter und um jeden Kunden gekämpft, heisst es seitens Enterprise. «Den grössten Mietwagenanbieter der Welt nicht vertreten zu haben, wäre für die Flughäfen aber auch nicht gut gewesen», ergänzt Baumann selbstbewusst. So sei man, etwa in Zürich, noch nicht zufrieden mit der Platzierung. «Aber das kommt noch. Wir bleiben!» 

Zu den bekannten Marken gehören neben Enterprise vor allem National und Alamo. In der Schweiz werden diese durch die Grosspeter-Gruppe betrieben, die auch VW-Vertreter von PW und Nutzfahrzeugen für die Nordwestschweiz ist und neu ins Mietwagengeschäft eingestiegen ist. Von 2007 bis 2014 war Europcar der Betreiber der drei Marken in der Schweiz. Offenbar habe man aber strategisch nicht zusammengefunden, so Baumann. Die Markenrechte für den schweizerischen Markt werden durch die AIL Autovermietung AG mit Sitz in Muttenz/BL gehalten.   

Beat Imwinkelried, VR-Präsident und CEO der Grosspeter AG, ist mit dem Einstieg in der Schweiz sehr zufrieden: «Die Reservationen in Basel, Zürich und in Genf sind sehr gut angelaufen und liegen über unseren Erwartungen.» Auch die Auslastung beurteile man sehr positiv, so Baumann. Über das ganze Jahr sollte diese bei rund 75% liegen, heisse es in der Branche. «Mit 80% im aktuellen Monat sind wir darum sehr zufrieden.» Die schwächsten Monate seien in der Branche Mai und November. 

Interessant am kleinen Schweizer Markt sind für Enterprise die vielen internationalen Firmen und die «noch guten Preise», die doch noch etwas höher seien als im restlichen Europa, berichtet Baumann. 

Stephanie Günzler