Veranstalter: «Testpflicht ist zumutbar» und «Unmut ist spürbar»

Nur vereinzelt kamen Stornoanfragen oder Annullationen. Verunsicherung bringt aber die mögliche Quarantäne vor Ort nach einem positiven Test.

Seit letztem Wochenende gilt für jede Einreise in die Schweiz eine PCR-Testpflicht. Hält das die Kunden vom Buchen ab? Oder wollen sie sogar ihre schon gebuchten Reisen annullieren?

TRAVEL INSIDE hat bei verschiedenen Veranstaltern nachgefragt.

Zunächst sind sich alle antwortenden TO einig, die Grösseren von TUI über DER Touristik zu Knecht und Globetrotter oder FTI und kleinere wie Amin Travel oder Bentour: «Die Testpflicht ist zumutbar», heisst es sinngemäss bei allen. Sie sind damit auf einer Linie mit Hotelplan Suisse, der bereits festhielt: «Testpflicht ist kein Storno-Grund».

Damit kommen für alle TO keine kulanten Storno-Bedingungen in Frage, wie das etwa im Falle von Quarantänelisten der Falle war. «In der heutigen Lage muss mit einer Testpflicht gerechnet werden», stellt Reto Amin von Amin Travel klar. Und: «Die Leute sind gewillt, die lang ersehnten Ferien anzutreten.»

Stornoanfragen von Kundenseite gab es allerdings schon da und dort. «Wir haben tatsächlich vereinzelt Stornierungsanfragen erhalten – allerdings nicht aufgrund der Auflage zu den PCR-Tests und der Kosten, sondern wegen der drohenden Quarantänepflicht», heisst es etwa bei FTI Touristik. Die deutliche Mehrheit der Kunden aber trete die Reise an oder buche auf ein späteres Datum um. Dennoch rechnet FTI für die kommenden Wochen «mit einer gedämpften Nachfrage, da Reisende jetzt ein Zusatzbudget für die Tests einrechnen müssen. Leider trifft die Regelung vor allem Familien und die sind oft preissensibel.»

«Unmut der Kunden ist spürbar»

Dieses Problem ist auch bei Knecht Reisen bekannt. «Spürbar ist der Unmut der Kunden über eine weitere Hürde, die sich gerade für Familien auch kostenmässig spürbar auf ein Ferienbudget auswirkt.» Es gebe auch Kunden, die wegen der neuen Testpflicht eine geplante Reise doch nicht buchten. «Dabei sind für Kunden zwei Themen ausschlaggebend: Erstens die zusätzlichen Kosten und zweitens das Unbehagen, nach einem positiven Testergebnis vor Ort festzusitzen.»

Bei Globetrotter heisst es dazu ebenfalls: «Einige Kunden warten nun doch noch einen Moment zu mit der definitiven Buchung.» Stornierungsanfragen oder Annullationen habe es indes nur vereinzelt gegeben. Mit Kostenfolge, denn auch hier gelten die normalen AGB.

Für Kunden von Bentour ist die Testpflicht offenbar schon Routine. «Die meisten Kunden haben sich an notwendige Testungen mittlerweile gewöhnt und planen diese entsprechend ein», stellt der Türkei-Spezialist fest. «Tests sind nun seit gut 1,5 Jahren regelmässiger Bestandteil des Reisens geworden; sei es um das Flugzeug zu besteigen oder für die Ein- oder Ausreise. Dies bedeutet keine gravierende Veränderung im Rahmen der Reisemöglichkeit unserer Gäste.» Jedoch führe die Gesamtsituation an Pandemie und Reiseeinschränkungen zu einem aktuell insgesamt noch verhaltenen Buchungsaufkommen.

Wenig Hilfe von den TO

Für die PCR-Tests für die Rückreise müssen die Kunden in den meisten Fällen selber sorgen – und sie auch selber organisieren. Den Test gleich mit dem Pauschalpaket vor Ort zu buchen ist bei den meisten antwortenden Veranstalter nicht im Angebot. Nur wenn es sehr kompliziert wird oder die Kunden speziell nachfragen, gibt es Hilfe vom TO: «An Destinationen, wo das Testen nicht immer ganz einfach ist wie auf den Kapverden oder Ägypten organisieren wir den Test für die Kunden», erklärt Reto Amin.

Sonst heisst es mehrheitlich sinngemäss: Wir informieren die Kunden über Testmöglichkeiten und bieten Unterstützung an – was immer das auch heissen mag. Fixfertige Pauschalpakete inklusive PCR-Test am Ferienort sind bei den Veranstaltern nicht im Programm und meistens auch nicht in Planung.

(Christian Maurer)