Grosse Pläne: Bentour Reisen wächst über die Türkei hinaus (Ausgabe 2015-37)

Der Türkeispezialist hat neu auch Ziele in Spanien, Griechenland und Portugal im Programm.

Der Türkeispezialist Bentour Reisen schafft sich weitere Standbeine. Künftig gehören neben der Türkei und Nordzypern auch andere Ferienziele im Mittelmeerraum und am Atlantik zum Portfolio. Derzeit werden Hotels im südlichen Zypern, auf dem spanischen Festland sowie auf Mallorca, Ibiza und Teneriffa aufgeschaltet und sind danach über GDS und Website buchbar. In den kommenden Wochen sollen weitere Ziele auf den Balearen, Kanaren, den griechischen Inseln sowie Portugal und Madeira folgen. Ziel bis zur Sommersaison 2016: 1000 Hotels in den neuen Regionen.

«DER Ausbau ist keine kurzfristige Reaktion auf die derzeit herausfordernde Lage in der Türkei», betont Bentour-Geschäftsführer Deniz Ugur. Die Idee sei bereits 2014 entstanden, als Seniorchef Kadir Ugur auf der zweimonatigen Überführung der neuen Bentour-Yacht von Deutschland in die Südtürkei Station in den «Konkurrenzdestinationen» gemacht hatte. Dort musste er feststellen: Produkt und Servicegedanke bewegen sich dort auf demselben Niveau wie in der Türkei. Und auf geht es nun für Bentour zu neuen Ufern. 

«Natürlich können und werden wir in den neuen Regionen nicht das bieten, was wir in der Türkei machen», erläutert Ugur. Eigene Reiseleiter oder exklusive Gästeinformationen in den Häusern vor Ort gebe es nicht. «Wir bleiben Türkeispezialist.» Quantitativ werden die Hotels in den anderen Regionen jedoch 60 bis 70 Prozent ausmachen. In der Türkei hat Bentour mit rund 400 Hotels Verträge. Der Veranstalter arbeitet mit den bestehenden Partnern weiter, sowohl im Flugbereich (Condor, Airberlin, Tuifly, Sunexpress) als auch mit der Agentur MTS vor Ort.  

Auch wenn die neue Doppelstrategie keine Reaktion auf die aktuelle politische Lage in der Türkei ist, so gebe diese für die Zukunft trotzdem «mehr Substanz», so Deniz Ugur. 2014 sei mit 110000 Gästen zwar ein Türkei-Rekordjahr gewesen, aber man könne davon nicht immer ausgehen. 2015 gab es (zumindest in der Schweiz) einen «kleinen Rückgang», vor allem im Kurzfristgeschäft. 

Mittelfristig soll das Volumen aus allen Bentour-Quellmärkten (Deutschland, Schweiz, Österreich, Niederlande) um rund 50 Prozent wachsen. Mit einer höheren Marge rechne man durch die neuen Zielgebiete allerdings nicht – «obwohl die Gäste gerade in der Türkei besonders auf den Preis schauen. Aber in den neuen Regionen gibt es auch viel Konkurrenz», so Ugur. 

Ein neuer Katalog ist derzeit nicht geplant. Vorerst gibt es die neuen Destinationen nur in den Buchungssystemen und auf der Website.

SG