Bei der Flugticket-Abrechnung kommen einige Neuerungen auf die Branche zu. Dies beginnt mit einer Änderung der «IATA Local Financial Criteria» und der «Remittance Frequency» also den Bestimmungen zur Abrechnung übers BSP Schweiz und Liechtenstein. Ab dem 1. April 2016 gelten hier neue Regelungen (siehe Box).
Daneben arbeitet die IATA aber auch an einer generellen Überarbeitung der Abrechnungssysteme. Das Projekt nennt sich «New Gen ISS» und steht für eine «Neue Generation der IATA Set-tlement Systems». Es umfasst die Akkreditierung der Reisebüros, das Kredit-Management und alternative Be–
zahlmethoden. Das Projekt wurde kürzlich an einer Passenger Agency Conference abgesegnet, der Fahrplan und die Details werden aber weiterhin diskutiert.
Marcel Herter, der in der SRV-Executive das Geschäftsfeld Flug verantwortet, erklärt die Auswirkungen auf die Reisebüros gemäss dem heutigen Stand: «Für Büros, die heute schon als IATA-Agentur akkreditiert sind, ändert sich voraussichtlich wenig. Geplant ist allerdings die Einführung einer Kreditlimite für Cash Sales. Wenn also z.B. aufgrund eines Grossereignisses plötzlich ein grosser Umsatzzuwachs geschieht und die Kreditlimite erreicht wird, muss das Reisebüro auf Sofortzahlungen ausweichen.» Zu diesem Zweck entwickelt die IATA die Direktbezahllösung «IATA Easypay». Laut Herter wird der Punkt mit der Kreditlimite momentan aber noch in verschiedenen Gremien intensiv diskutiert.
Am oberen und unteren Ende der Umsatzskala wird die IATA zudem neue Akkreditierungs-Arten einführen. Globale Unternehmen werden sich künftig global akkreditieren können und müssen dies nicht mehr in jedem Markt separat tun. Davon profitieren werden in erster Linie die grossen Online Travel Agencies und Travel Management Companies.
Am unteren Ende hingegen plant die IATA eine «Light Version», bei der Reisebüros ohne Finanzgarantie und Prüfung Tickets ausstellen können diese müssen sie aber auch direkt bezahlen. Hier kommt entweder die Kreditkarte des Passagiers oder wieder die «Easypay»-Lösung zum Einsatz. «Das Risiko für die IATA liegt damit bei null. Die Reisebüros hingegen laufen so Gefahr, zum Kreditgeber für die Kunden zu werden», sagt Herter. Ausserdem fragt er sich, ob dieser Aufwand für kleine Reisebüros wirklich interessant sei. Dass sie sich durch diese Neuerung von den Flugbrokern abwenden, befürchtet Herter, der auch Direktor für Broker Services bei Hotelplan Suisse ist, jedenfalls nicht.
Einen anderen Punkt hat SRV-Geschäftsführer Walter Kunz aber bereits früher einmal angesprochen: «Wir haben die IATA gefragt, ob sie gedenkt, das neue Akkreditierungs-System auch anderen Marktteilnehmern ausserhalb der Reisebranche zu öffnen. Die Antwort Not yet war nicht überzeugend.»
Wann all diese Neuerungen eingeführt werden, hängt von den weiteren Diskussionen ab. Man rechnet zurzeit mit 2017.



