«Im Januar waren die Kunden sehr zurückhaltend, im Februar wurde bereits mehr gebucht, seit Mitte Februar hat es angezogen.» So startete Hotelplan Suisse laut Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir ins neue Jahr und schildert damit Anfangsschwierigkeiten, die auch andere Veranstalter hatten. Kuoni Schweiz etwa spürte gemäss CEO Marcel Bürgin eine Zurückhaltung zwischen Dezember und Mitte Januar, TUI Suisse registriert nach einem zurückhaltenden November seit Januar eine positive Entwicklung.
Für TUI Suisse bedeutet dies laut CEO Martin Wittwer ein Kundenzuwachs von rund 5% im Touroperating. Da sich die durchschnittliche Dossiergrösse im Rahmen des letzten Jahres nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses notabene bewegt, kann man davon ausgehen, dass sich das Umsatzwachstum im ähnlichen Rahmen bewegt.
Noch besser sieht es bei ITS Coop aus: +11% bei den Pax und +15% beim Umsatz sind es gemäss Geschäftsführer Andi Restle. «Natürlich vergleichen wir mit einem schlechten Vorjahr. Und der Stand könnte sich noch ändern, da die Volumenziele Ägypten, Tunesien und neu auch die Türkei stark leiden.»
Hotelplan Suisse liegt umsatz- und passagiermässig leicht unter dem Vorjahresniveau. Kuoni Schweiz will sich unter dem neuen Besitzer DER Touristik nicht mehr in die Karten blicken lassen und vermeldet lediglich, man liege «auf Budgetkurs». Vorjahresvergleiche seien aufgrund des turbulenten 2015 nicht aussagekräftig. Bei FTI Schweiz ist man laut Managing Director Sibylle Bloch «zufrieden mit dem Buchungsverlauf». In anderen Jahren hiess es, man liege zweistellig über dem Vorjahr; heuer gibt es keine solche Meldung. Die eher auf die Langstrecke ausgerichtete Knecht-Reisegruppe ist mit 12% ins Jahr gestartet; ohne Zukäufe wären es 3%. «Einige Destinationen wie das Südliche Afrika, Ozeanien und Skandinavien profitieren von einem Nachholbedarf», so CEO Roger Geissberger.
Die Währungssituation präsentiert sich seit dem Frankenschock vor einem Jahr stabil, der Preiszerfall wurde etwas gebremst. «Im Badeferienbereich sinken die Durchschnittspreise, in vielen anderen Zielgebieten sind sie auf Vorjahresniveau», sagt Bürgin von Kuoni. Auf der Langstrecke sind sie gemäss Geissberger von Knecht mehrheitlich günstiger geworden. «Viele Kunden investieren aber in Upsells und bessere Hotelkategorien.»
Auch Restle von ITS Coop fällt auf, dass die Kunden die tieferen Preise nicht nur zum Sparen nutzen, sondern sich auch mehr leisten. «Im Vergleich zur Zeit vor der Aufhebung der Euro-Untergrenze haben sich die Preise um 10 bis 20% reduziert, der durchschnittliche Umsatz pro Dossier aber nur um 3%», freut er sich.



