
Beim Schweizer Reiseunternehmen Hotelplan Suisse läuft es im Moment wieder wie am Schnürchen, wie Laura Meyer, CEO Hotelplan Group, und Nicole Pfammatter, CEO Hotelplan Suisse, an der Medienkonferenz vom 13. Juni am Hauptsitz in Glattbrugg verkündeten.

Ferien im Ausland stehen bei Schweizer*innen in den kommenden Monaten wieder ganz weit oben. Dies zeigt der aktuelle Buchungsstand von Hotelplan Suisse.
Bei den beiden Marken Hotelplan und Migros Ferien liegt der Buchungsstand gar über demjenigen von 2019. «Wir sind gut unterwegs, seit über 11 Wochen buchen wir im Wochenvergleich über 2019», sagt Laura Meyer und blickt äusserst optimistisch auf die kommenden Sommer- und Herbstmonate. Sie erwartet, dass die Hotelplan Group in diesem Geschäftsjahr 80% des Umsatzes von 2019 erreichen und die Gruppe auf Stufe EBITDA profitabel sein wird.

Der Eingang an Neubuchungen lag in den letzten drei Monaten – verglichen zum gleichen Zeitraum 2019 – um mehr als 10% höher. «Der Buchungsboom hält nun seit mehreren Wochen an und wir spüren einen extrem starken Nachholbedarf an Ferien im Ausland – sei dies von Familien mit Kindern, Paaren oder Alleinreisenden. Das Vertrauen in Reisen ins Ausland ist definitiv zurück und unsere Kundinnen und Kunden buchen ihre Ferien auch vermehrt wieder längerfristig», freut sich Nicole Pfammatter, CEO Hotelplan Suisse.
So werden derzeit nicht nur die kommenden Sommer- sondern auch bereits die diesjährigen Herbstferien rege gebucht. Dies hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Hotelplan Suisse für den Herbst bereits jetzt zahlreiche Charterplätze auf den Markt gebracht hat. «Wir wollen jederzeit preislich attraktive Reisen anbieten. Mit den von uns eingekauften Charterplätzen können wir dies garantieren – trotz der derzeit teilweise sehr hohen Preisen für Flugtickets», so Pfammatter.
«Die Schweiz ist eine Corona-Gewinnerin»
Die Schattenseite des momentanen Reisebooms ist die aktuelle Angebotsknappheit, die Hotelplan Group CEO Laura Meyer aber eher als Chance sieht. Bestes Beispiel dafür sei Interhome: «Die Zahlen sind äusserst erfreulich und wir erwarten für 2022 das Niveau von 2019 zu übertreffen». In Bezug auf die Zahlen von Interhome, aber auch auf den Business Travel, sieht Meyer die Schweiz als Corona-Gewinnerin.
Zwar geht es laut der CEO noch ein bisschen länger bis sich der Business Travel erholt und sie glaubt auch nicht, dass er jemals wieder das Niveau von Vor-Corona erreichen wird. Dennoch sei die Erholung der letzten Monate bemerkenswert. «BTA First und Finass verzeichnen wachsende Umsätze», freut sich Meyer und erklärt, dass die Marken auch von der Stärke der Schweiz, z.B. dem Event-Bereich, hätten profitieren können.
Neukunden schätzen Service
Eine von Hotelplan Suisse durchgeführten Umfrage bei Neukund*innen zeigt, dass 69% der knapp 800 Befragten ihre Ferien vor der Pandemie jeweils entweder über eine Buchungsplattform oder bei einem anderen Reiseveranstalter gebucht hatten. «Insbesondere in unseren schweizweit 87 Filialen durften wir in den letzten Monaten zahlreiche Kund*innen von anderen, wie kleineren Reisebüros, aber auch von TUI Suisse und DER Touristik Suisse begrüssen», sagt Nicole Pfammatter.
Ein grosser Teil der Befragten präferiere laut Pfammatter Booking.com. Aus diesem Grund gehe sie davon aus, dass Hotelplan während der Pandemie vor allem Pauschalreisekunden von ihren Marken überzeugen konnten.
Nebst dem Service haben die Neukundinnen und Neukunden auch die Unterstützung bei der Angebotssuche sowie die rundum sorglose Betreuung vor und während der Reise überzeugt, so dass sie Hotelplan Suisse mit grosser Wahrscheinlichkeit weiterempfehlen werden. Insgesamt seien 93% der Kunden zufrieden oder sehr zufrieden gewesen mit den gebuchten Leistungen.
«67% waren sehr zufrieden, was mich sehr stolz macht», sagt Pfammatter und verwies auf die Weiterempfehlungsrate, oder auf den Net Promoter Score (NPS), der bei 88 liegt. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 76. «Diese hohe Weiterempfehlungsrate ist Beweis dafür, dass unsere Mitarbeitenden auch in den sehr herausfordernden letzten beiden Jahren einen exzellenten Job gemacht und trotz aller Widrigkeiten den Kundenfokus nie verloren haben», führt die Hotelplan Suisse CEO fort.
Mittelmeer und Türkei stechen heraus
Die meisten Kundinnen und Kunden von Hotelplan Suisse zieht es in den kommenden Monaten an die Badeferiendestinationen rund ums erweiterte Mittelmeer. Am beliebtesten ist laut Victoria Studer, Director TO Migros Ferien & Hotelplan, Griechenland mit den Inseln Kreta, Kos und Rhodos, gefolgt von Spanien (insbesondere Mallorca und die Kanarischen Inseln), Zypern, die Türkei sowie Italien.
»Das grösste Wachstum in den vergangenen Monaten hat die Türkei, vor allem in Bodrum und Izmir spüren wir einen regelrechten Boom», so Studer. Ebenfalls stark sind Ägypten und die Seychellen. Im Moment noch etwas schwieriger sei es für Thailand, Tunesien, Kanada und das Vereinigte Königreich. «In den letzten Wochen ziehen Thailand und auch Indonesien wieder an, aber noch auf sehr tiefem Niveau», sagt Sebastian Kickmaier, Director TO Travelhouse.
Nach zwei Jahren coronabedingter Absenz hat es auch die USA wieder ins Ranking der Top 10 geschafft. Besonders beliebt in den USA sind Rundreisen im Wohnmobil. «Wer im nächsten Jahr einen Roadtrip durch die USA oder Kanada plant, sollte die Reise aber frühzeitig buchen, denn wir gehen davon aus, dass auch für den Sommer 2023 immer noch zu wenig Neufahrzeuge ausgeliefert werden können und daher die Camper und Motorhomes relativ früh ausgebucht sein werden», erklärt Nicole Pfammatter.
Repositionierung der Spezialistenmarken
Hotelplan Suisse hat die vergangenen Monate genutzt, um die eigenen Spezialistenmarken Travelhouse und Tourisme pour Tous neu zu positionieren. Anstelle der bisherigen Reisekataloge, in welchen ein Grossteil der angebotenen Reisen sehr detailliert beschrieben wurde, dienen neu sogenannte Travelbooks als Inspirationsquelle.
«Die neuen Reisemagazine sowie die neu gestalteten Websites sollen zu individuellen Reisen inspirieren. Unsere Reisexpert*innen stehen in den Travelboutiques von Travelhouse und Tourisme pour Tous sowie telefonisch oder per E-Mail für die Beratung und Buchung zur Verfügung. Damit möchten wir unsere Expertise noch stärker hervorheben und näher bei unseren Kund*innen sein», erklärt Nicole Pfammatter.
Yannick Suter
