
Die Corona-Pandemie hat in der Reisebranche zu einem Fachkräftemangel geführt. Die Branche versucht beinahe schon verzweifelt nach Verstärkung. Die Zukunft gehört den Jungen, weshalb die IST – Höhere Fachschule für Tourismus & Outdoor in Zürich und Lausanne mit viel Tatendrang versucht den jungen Leuten die Lust auf Arbeiten in der Tourismusbranche wieder schmackhafter zu machen.
TRAVEL INSIDE hat bei Nicole Diermeier, Geschäftsführerin und Gesamtschulleiterin der IST AG, Höhere Fachschule für Tourismus & Outdoor in Zürich, nachgefragt, wie sehr sich die Pandemie aktuell auf die Auszubildenden auswirkt.
Nicole Diermeier, wie stark wirken sich die Nachwehen der Coronakrise in diesem Jahr auf die IST in Bezug auf die Ausbildung aus?
Wir spüren nach wie vor eine gewisse Zurückhaltung bei jungen Leuten bezüglich der Entscheidung für eine Ausbildung im Tourismusbereich.
Wie verhält sich die Anzahl Schüler im Vergleich zu vor Corona?
Wir liegen rund 20% hinter den Anmeldungen vor Covid-19.
Was hat sich durch die zweijährige Krise geändert – wird in Zukunft mehr von zu Hause aus gearbeitet?
Die Pandemie hat den Entwicklungsprozess der hybriden Unterrichtsform sowie der Digitalisierung beschleunigt. Wir haben intern diese Chance gepackt und unsere Lehr- sowie Lernformen zeitgemäss angepasst. Unter anderem mit flexibleren Unterrichtszeiten sowie einer modernen und interaktiven Lernmanagementsystem Plattform.
Im Tourismus zu arbeiten, ist für junge Menschen nicht mehr so reizvoll wie früher. Woran liegt das?
In der Corona-Zeit haben viele junge Mitarbeitende aus dem Tourismus den Job verloren oder wurden auf Kurzarbeit gesetzt. Viele von ihnen haben sich neu orientiert und eine Aufgabe ausserhalb der Tourismus-Branche gefunden, wo allenfalls die Rahmenbedingungen hinsichtlich Arbeitszeit und Lohn attraktiver sind. Das hat zu einem akuten Fachkräftemangel geführt. Es geht darum, bestehende Mitarbeitende zu behalten und neue zu gewinnen. Die Branche hat darauf reagiert und bereits einige spannende Projekte dazu entwickelt, wie beispielsweise “Future Hospitality: Quereinsteiger in der Hotellerie” oder “Staffdeals” von HotellerieSuisse.
Wie kriegt man wieder mehr junge Leute an Bord?
Wir müssen den jungen Leuten die Lust auf Arbeiten in der Tourismusbranche wieder schmackhaft machen. Dafür müssen wir als gesamte Branche, d.h. Tourismus-Ausbildung sowie die Vertreter der Organisation der Arbeitgeber und die Verbände gemeinsam Ideen entwickeln und vor allem dann auch rasch umsetzen. Vor rund einem Jahr haben wir als IST mit der Charme Offensive bereits eine Kampagne zur Vertrauensgewinnung der Tourismusbranche lanciert.
Wie ist das Feedback Ihrer Schüler – wie ist es nach zweijähriger Pandemie endlich wieder etwas Normalität erleben zu dürfen?
Sie sind alle happy, dass sie wieder physisch den Unterricht an der IST besuchen dürfen und dankbar für die Begegnungen vor Ort mit ihren Kolleg*innen. Der Tourismus ist und bleibt ein ‘people’s business’, in dem Emotionen und Inspirationen eine tragende Rolle spielen.
Yannick Suter
Höhere Fachschule für Tourismus & Outdoor
Nicole Diermeier übernahm die Geschäftsführung der IST AG im September 2020 und begleitete den Restrukturierungsprozess und die Überführung in die Management-Struktur der Vantage Education Group. Nach dem diese strategischen und operativen Veränderungen abgeschlossen sind, legt Diermeier per 31. Juli 2022 ihr Amt nieder.
Ihre Nachfolge übernimmt Sandra Murer, die seit April 2021 bereits Standortleiterin und Schulleiterin in Zürich sowie Mitglied der Geschäftsleitung ist. Gemeinsam mit Thomas Gény, der seit 1. Mai 2022 als Standort- und Schulleiter der IST Lausanne tätig ist, wird sie die neue Geschäftsleitung bilden.
