Feedback: «Wahljahr gleich (Rück-) Zahljahr»

TRAVEL INSIDE-Leser Koni Kölbl möchte in Erinnerung rufen, dass sich nicht alle Parlamentarier*innen gleichermassen für die Reisebranche eingesetzt haben.
Koni Kölbl © TI

Koni Kölbl, Travel-Solutions GmbH, Bremgarten

«Die Eidgenössischen Wahlen stehen bevor. Vor 4 Jahren würde die neu aufgestellte Bundesversammlung mit einer noch nie erlebten Krise konfrontiert. Nach ca. 3 Jahren konnte damit abgeschlossen werden. Unsere Branche wie auch viele Unternehmen auch, sind Dank Hilfsmittel unseres Systems mit einem «blauen Auge» davongekommen.

Der Weg zu Lösungen verlief hart. Das föderalistische System erwies sich als kontraproduktiv, denn der Lead wurde grösstenteils den Kantonen delegiert. Es entstanden mit 26 verschiedenen Verordnungen teils massive kantonale Unterschiede, die zu Verdrängungswettbewerb führten. Es kostete Energie, Engagement, Geduld. Abgesehen davon, dass wir BürgerInnen aus der Schweiz sehr glimpflich davonkamen, es hat sein Tribut gefordert, Spuren hinterlassen.

Es ist nun vor dem 22.10.2023 von grösster Wichtigkeit, in Erinnerung zu rufen, dass nicht alle zur Wiederwahl antretenden ParlamentarierInnen sich während der Pandemie bei der Frage, ob unsere Branche (sowie die Eventbranche und die Schausteller) staatliche Unterstützung verdient, gleichermassen für oder gegen uns eingesetzt hatten.

Es gab zahlreiche PolitikerInnen, die sich z.T. abwertend über die Reisebranche ausgelassen hatten und uns jegliche finanzielle Unterstützung verweigern wollten. Viele andere wiederum haben sich mit grossem Engagement für unsere Interessen eingesetzt. Diese Pro-Voten kamen, für viele überraschend, nicht in erster Linie von wirtschaftsfreundlichen Parteien, sondern vermehrt und z.T. mit grosser Vehemenz aus dem links-grünen Parteispektrum und vereinzelt aus der Mitte und sogar aus der SVP. Wobei es unfair und unpräzise wäre, die Unterstützung der Reisebranche an der reinen Parteizugehörigkeit auszumachen.

Wir erlebten bedeutende kantonale Unterschiede und ‘Beziehungen und Engagement’ von Branchenangehörigen zur Politik sowie vielleicht auch der Einsatz von unverhältnismässig bezahlten Lobbyisten waren schlussendlich ausschlaggebend. Es ist Tatsache, dass von der wirtschaftsfreundlichen Partei, die nun in ihrem Programm als Slogan die ‘Schweiz stärken’ möchte, für die Reisebranche viel Negatives und beim Knopfdruck in Nationalrats- und Ständeratssaal quasi keine Unterstützung kam.

Es ist jedoch schwierig, pointierte Aussagen zu machen. Alle Parteien haben vordergründig ihre Hilfe angekündigt, viele haben in den Kommissionen und Räten dann weitsichtige Massnahmen abgelehnt oder ihnen erst in einem zweiten und dritten Anlauf zugestimmt. Nur dank der Hartnäckigkeit von Rot/Grün wurde immer und immer wieder für Verbesserungen gekämpft. Da halfen auch VertreterInnen von anderen Parteien mit. Man kann vielleicht sagen: Rot/Grün fungierte geschlossen als Motor – auch im Kontakt zu den Branchenvertretungen.

Die anstehenden Wahlen bieten nun die Gelegenheit, unsere GegnerInnen abzustrafen und unsere FreundInnen mit der eigenen Stimme zu belohnen. Bevor du also deine Stimme dem sympathisch wirkenden Kandidaten oder der überzeugend auftretenden Kandidatin in deinem Kanton vergibst, lohnt sich allenfalls eine kurze Recherche bei den parlamentarischen Webseiten oder ganz einfach, dass du dich kurz an Vergangenes gut erinnerst und sollte sich dies als schwierig erweisen, dass du dich kurz bei einer damals politisch engagierten Branchenperson erkundigst.

Demzufolge: Mach eine richtige Wahl, motiviere KollegInnen, Familie und Freunde!»