
Fährenbuchungen über eine spezialisierte Agentur spielen trotz Online-Tools nach wie vor eine sehr wichtige Rolle im Markt: «Die Breite des Angebots, das detaillierte Know-how, der persönliche Service und die Zuverlässigkeit eines Ansprechpartners sind unsere Stärken», sagt Rebecca Giger, Inhaberin und Geschäftsführerin des Cruise & Ferry Centers.
Von besonderem Interesse ist nun aber die Beobachtung, dass immer mehr Kunden aus dem ganzen DACH-Raum ihre Fährenbuchung über das Cruise & Ferry Center tätigen. «Da die Ferry-Preise im DACH-Raum weitgehend identisch sind, suchen viele ausländische Kunden offenbar den zuverlässigen 24-Stunden-Service und die Qualität eines Schweizer Unternehmens», hält Giger dazu fest.
Diese Entwicklung hat die Unternehmerin bewogen, näher an den deutschen Markt zu rücken. Mitte August wurde in Konstanz eine Tochtergesellschaft gegründet, seit 1. September ist Mitarbeiterin Lubica Leo bereits vor Ort tätig und am 1. November nimmt die neue Zweigstelle offiziell ihre Aktivitäten auf. An der Firma in Konstanz mitbeteiligt ist Nathalie Paratore, stellvertretende Geschäftsführerin des Cruise & Ferry Centers.
«Wir sehen gutes Potenzial im deutschen Markt, wollen diesen aber sorgfältig und kontrolliert aufbauen», sagt Giger. Einiges verspricht sie sich vom Gruppengeschäft, und wie in der Schweiz kann das Cruise & Ferry Center auch in Deutschland den Status eines PSA (Premium Sales Agent) von Anek Lines und Superfast Ferries ins Feld führen.
Eine spezialisierte Agentur
Rebecca Giger absolvierte schon ihre Reisebüro-Lehre im Cruise & Ferry Center und blieb danach dem Unternehmen treu, bevor sie 2018 die Aktien der Firma als Alleininhaberin übernahm. Mit erfahrenen Teilzeit-Mitarbeiterinnen kommt der Spezialist heute kumuliert auf ein Pensum von rund fünf 100%-Stellen.
«Dieses Teilzeit-Konzept hat sich hervorragend bewährt, denn die meisten Mitarbeiterinnen sind – wie ich ebenfalls – Mamis. Mit einigem guten Willen und smarter Organisation lassen sich so die Job- und Familien-Bedürfnisse ideal unter einen Hut bringen», sagt Giger.
Natürlich hat die Pandemie auch das Cruise & Ferry Center hart getroffen, doch dank staatlicher Hilfe konnte man sich durchbeissen. Die schwierige Zeit wurde zudem genutzt, um die Buchungsplattform neu zu entwickeln. Manuel, der Ehemann von Rebecca, ist selbständiger IT-Spezialist und hat sich dieser Aufgabe angenommen.
«Bereits 2022 zog die Ferry-Nachfrage wieder stark an, viele Ferienhungrige besuchten nach Corona mit ihren Campern oder PW vor allem europäische Destinationen», sagt Giger. Diese positive Entwicklung zieht sich im laufenden Jahr weiter.
Das Cruise & Ferry Center vertritt rund 30 Fährreedereien in ganz Europa und deckt somit weitgehend den gesamten Markt ab. Die gefragtesten Routen führen gemäss Giger nach Sardinien, Korsika, Sizilien und Elba, ebenso nach Griechenland. Immer stärker nachgefragt ist Norwegen, im Trend liegen auch Grossbritannien und Irland.
Wichtige Reisebüro-Partner
Gut die Hälfte der Buchungen beim Cruise & Ferry Center stammen von Reisebüros. «Dieser Anteil lag früher zwar höher, aber nach wie vor schätzen sehr viele Büros unsere Beratung und Kompetenz», sagt Giger. Denn die Online-Abwicklung von Fährbuchungen sei nicht immer einfach und erfordere oft Rückfragen.
Reisebüros können ein eigenes Login auf der Cruise & Ferry-Website anfordern und finden dort sämtliche Informationen zu allen Strecken, Tarifen, Bestimmungen etc. und können auch online buchen. «Andere ziehen es vor, bei etwas komplizierteren Fällen telefonisch mit uns in Kontakt zu treten», sagt Giger. Und nicht zuletzt: «Fährbuchungen werden nach wie vor kommissioniert!».
Beat Eichenberger








