SAS in Norwegen wegen Industriespionage verurteilt

Low-Cost-Konkurrent Norwegian hatte SAS angeklagt. Urteil noch nicht rechtskräftig. SAS klagt gleichzeitig gegen Bombardier.

Zwischen Dezember 2001 und November 2005 verschaffte sich die damalige Braathens (heute SAS Norge) via dem GDS Amadeus Zugang zu geheimen Geschäfts- und Betriebsdaten des aufstrebenden Low-Cost-Konkurrenten Norwegian. Eine Klage von Norwegian war zunächst abgewiesen worden – SAS wurde lediglich des Missbrauchs von Angaben in Mails verurteilt; der ehemalige Verkaufschef Erik Knudsen musste persönlich 400’000 Kronen zahlen. Doch nun hat eine nächsthöhere norwegische Instanz die SAS offiziell wegen Industrie-Spionage verurteilt. SAS wurde zu einer Busse von 8 Mio. Kronen (ca. CHF 1,6 Mio.) verurteilt. Frode Foss, Finanzchef von Norwegian, verlangt zudem Schadenersatzzahlungen von bis zu 500 Mio. Kronen.

SAS hat bereits angekündigt, das Urteil an die nächsthöhere Instanz weiterziehen zu wollen.

SAS ist zurzeit ohnehin viel vor dem Richter beschäftigt. Im Fall der Bombardier Dash8-Q400 Jets allerdings als Ankläger. Nach der gestrigen neuerlichen Inbetriebnahme der Q400 (TRAVEL INSIDE Online berichtete darüber am 13. September und am 2. Oktober) hat SAS inzwischen angekündigt, den kanadischen Hersteller auf 77 Mio. Dollar zu verklagen. SAS habe wegen der vorübergehenden, nicht selber verschuldeten Suspendierung der Maschinen rund 62 Mio. Dollar verloren.