SAS zieht alle Dash-8 aus dem Verkehr

Neuerlicher Zwischenfall in Kopenhagen als Auslöser.

Am vergangenen Samstag musste eine Dash-8-Q400 von Bergen (Norwegen) her kommend in Kopenhagen notlanden: Das rechte Fahrwerk konnte nicht ausgefahren werden. Ein Video der dramatischen, letztlich aber glimpflich für die 44 Personen an Bord verlaufenen Landung kann man unter diesem Link einsehen.

Aus demselben Grund hatten bereits je eine Dash-8 von SAS am 9. September in Aalborg und am 12. September in Vilnius notlanden müssen, und seither waren weltweit noch acht weitere solche Vorfälle mit Dash-8 aufgetreten. Die Flugzeuge waren temporär aus dem Verkehr gezogen worden und erst seit dem 4. Oktober wieder im Betrieb (siehe die Meldung vom 13.09.2007 und vom 02.10.2007 im TRAVEL INSIDE Online).

SAS hat bereits am Sonntag angekündigt, den Flugbetrieb mit den Turboprops dieses Typs einzustellen; auch die Tochtergesellschaft Wideröe wird den Flugbetrieb mit Dash-8 einstellen. Die mehrheitlich ab/bis Kopenhagen eingesetzen Dash-8 werden durch Jets aus der eigenen Flotte ersetzt, «allerdings werden wir kurzfristig auch Flugzeuge leasen müssen», erklärt SAS-Pressechef Thomas Midteide. Insgesamt wurden mit den 27 Dash-8 rund 5% des SAS-Flugbetriebs abgewickelt. Seit Sonntag wurden bereits Dutzende SAS-Flüge abgesagt.

Ob weitere Airlines, welche mit Dash-8 fliegen, dem SAS-Beispiel folgen, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass der neuerliche Vorfall auch für die kanadische Herstellerfirma Bombardier unangenehme Folgen haben dürfte. SAS hat bereits vor dem jüngsten Zwischenfall eine Ausgleichszahlung von Bombardier verlangt, und auch das Image des Herstellers erleidet Schaden.