Ein neues, starkes Zeichen von Thurgau Travel auf dem Mekong und Tonle Sap (I)

Das Boutique-Flussschiff Mekong Discovery von Thurgau Travel hat Fahrt aufgenommen. TRAVEL INSIDE war auf Testreise durch Kambodscha – Teil I: das Schiff.
Die Mekong Discovery hat bei Okhna Tei angelegt. ©BE

Für Flussreisen auf dem Mekong spricht einiges: Einblicke in die faszinierende Welt Südostasiens kombiniert mit einem komfortablen schwimmenden Hotelschiff, das von einem Ort zum andern zieht – so lautet die Erfolgsformel.

Rund 30 international vermarktete Flusskreuzfahrtschiffe befahren heute den unteren Mekong von Kambodscha bis ins Delta Vietnams – vor zehn Jahren waren es noch ungefähr 20. Die Nachfrage wächst, und dies hat auch Thurgau Travel bewogen, ihr Engagement zu verstärken.

Zusammen mit dem vietnamesischen Partner Lotus Cruises liess Thurgau Travel auf der Werft Saigon Shipmarin ein eigenes, neues Boutique-Schiff bauen. Vor wenigen Wochen ist die Mekong Discovery in ihre Premierensaison gestartet und verkehrt nun von Herbst bis Frühling auf dem unteren Mekong zwischen Saigon (Vietnam) und Siem Reap (Kambodscha).

Ein elegantes Design 

In Siem Reap steigen wir nach dem Transfer mit lokalen Tenderbooten auf die im Tonle Sap See ankernde Mekong Discovery zu. Zwei weisse, mit grossen Fenstern durchzogene Suitendecks und zuoberst das Sonnendeck prägen die Aussenansicht des modernen, 64 Meter langen und 13,8 Meter breiten Neubaus.

Farbenspiel der Library. ©BE

 

Hellbeige Grundtöne und Holz bestimmen das elegante Innendesign, das dezent mit lokalen Stilelementen und farbenfrohen Kontrasten der Möblierung spielt. Parkettböden und Teppiche passen hervorragend ins Bild, ebenso die Fotos an den Wänden.

Prächtige Orchideen schmücken die lichtdurchfluteten Räumlichkeiten, am Abend wirken indirekte Deckenbeleuchtungen raumvergrössernd. Was beeindruckt: Die Platzverhältnisse an Bord sind im Verhältnis zur Gästezahl sehr grosszügig.

Breitleinwand-Fenster in den Suiten

In den 19, über zwei Decks angelegten Suiten reisen maximal 37 Gäste mit. Die Bezeichnung ‘Suite’ ist durchaus angebracht, sind diese doch (mit Ausnahme einer 23 qm-Einheit) generös mit 28 qm vermessen. Die zwei Grande Suiten auf dem Oberdeck kommen gar auf je 56 qm und verfügen über einen kleinen Balkon.

Geräumige Suiten auf der Mekong Discovery. ©BE

 

Das riesige Fenster im Stil eines French Balcony lässt die Uferlandschaft wie in einem Breitleinwandfilm vorüberziehen. Die komfortable Ausstattung umfasst ein breites, bequemes Kingsize-Bett, eine kleine Sitzgruppe, einen Schreib- und Schminktisch, TV, Minibar und viel Stauraum in Schränken und Schubladen.

Das Badezimmer mit Dusche ist geräumig und gefällt mit verspielten kupferfarbenen Elementen. Bademäntel sind ebenso vorhanden wie ein Föhn, und eine individuell regulierbare Klimaanlage sorgt stets für passende Temperaturen in der Suite.

Eine köstliche Küche 

Auf dem unteren Hauptdeck liegt nebst einem kleinen Shop das Restaurant. Morgens und mittags sorgt jeweils ein sehr vielseitiges und liebevoll präsentiertes Buffet für die Qual der Wahl, am Abend wird ein 4-Gang-Menü an die weiss gedeckten Tische serviert.

Stets werden sowohl europäisch-internationale wie asiatisch-lokale Gerichte zubereitet. Morgens kümmert sich Chef Thailen an einer Station persönlich um die Eierspeisen, mittags um köstliche Nudelsuppen. Und er erklärt gerne, was sonst noch in den Töpfen eine Entdeckung lohnt.

Buffet-Stil ©BE

Bei jedem Gang des abendlichen Menüs kann zwischen zwei Optionen ausgewählt werden. Was man bald lernt: Die kambodschanische Küche ist längst nicht so scharf wie in Thailand oder Laos, sondern zeichnet sich nebst den frischen Zutaten durch eine auch für unseren Geschmack köstlich-mundende Gewürzmischung aus.

 

Auf dem Hauptdeck befindet sich übrigens auch ein kleiner Spa-Raum, wo eine ausgewiesene Fachkraft zu fairen Preisen Massagen und Beauty-Care anbietet.

Das gute Lounge-Leben

Zum Oberdeck: Hier steht die Rezeption zur Verfügung, und in der hübschen Library mit Internet-Corner kann man sich jederzeit an der Kaffee-Station mit Espressi oder Cappuccini bedienen, für Frühaufsteher inklusiv frischem Gebäck. WLAN ist an Bord kostenlos, aber unterwegs nicht überall optimal.

Die schöne Lounge mit Bar ist der einladende Aufenthaltsraum an Bord. Lokale Biere und Softdrinks sind im Reisepreis inbegriffen, zu den Mahlzeiten auch gute Tischweine. Die Barpreise zum Beispiel für Cocktails sind mit 5 Dollar moderat.

Welcome in der Lounge. ©BE

 

In der Lounge informieren jeden Abend die erfahrene Thurgau-Reiseleiterin Daniela und der (hervorragende) lokale Reiseleiter Hak über das Programm des nächsten Tages. In vertiefenden Vorträgen geht Hak, der einst in Deutschland studierte, auf Themen wie ‘Buddhismus’ oder Eigenheiten Kambodschas ein.

Ein grüner Kunstrasen und Pflanzen verströmen zuoberst auf dem weiten Sonnendeck Frische. Sonnenschirme und Sonnensegel schützen Liegen und Sitzgelegenheiten, im Jacuzzi-‘Pool’ lässt sich die vorüberziehende Landschaft äusserst behaglich geniessen.

Herzerwärmender Service

Um die nautisch-technischen Bereiche des Schiffes kümmert sich unter Kapitän Bo vor allem eine vietnamesische Crew, während in der Hotellerie unter Manager Neville hauptsächlich eine kambodschanische Staff tätig ist. Die Freundlichkeit, mit der sich alle um die Gäste bemühen, ist herzerwärmend.

Kapitän Bo ©BE

 

Wir erfahren, dass die Arbeit auf einem Flussschiff für junge Menschen aus abgelegenen Dörfern eine grosse Chance darstellt, sich dank entsprechender Schulung ein gutes Berufsleben aufzubauen.

Entsprechend gross ist die Leistungsbereitschaft: Im Service und an der Bar wird zuvorkommend gearbeitet, die Suiten und die Räumlichkeiten sind stets blitzblank und nach jedem Landgang werden gar die Schuhe der Gäste geputzt!

Beat Eichenberger


Der 2. Teil des Erfahrungsberichts erscheint am 20. November 2025.