
Der Flughafenchef Lukas Brosi schaut im Interview der Herbstausgabe der airporteigenen Publikation ‘Startklar’ bei seiner Standortbestimmung einerseits nach vorne und wirft auch einen Blick zurück. Nebst erfreulichen Tendenzen sieht er dabei auch noch einiges an Verbesserungspotenzial.
Dabei hebt der CEO des grössten Schweizer Flughafens hervor, wie gross die Freude ob dem Abstimmungsergebnis zur Pistenverlängerung im März gewesen sei, als fast 62% der Zürcher Stimmberechtigten dieser zustimmten. Die Erweiterung der Pisten 28 und 32 sei elementar für einen zukünftig sicheren und effizienten Betrieb am Boden und in der Luft, denn dieser habe oberste Priorität.
Doch nicht nur baulich, sondern auch mit weiteren Innovationen müsse sich der Flughafen weiterentwickeln. Die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte etwa, die Abfallbewirtschaftung, die Priosierung der letzten Abendflüge sowie auch die verbesserte Analyse der Wetterdaten seien von grosser betrieblicher Wichtigkeit, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und auch die Pünktlichkeit zu verbessern.
Freud und Leid sind nah beisammen
Betrieblich sei es dieses Jahr zwar wesentlich besser gelaufen als noch 2023. Die Wartezeiten am Check-In und im Security hätten dieses Jahr auch im Peak zu den Hauptferienzeiten deutlich reduziert werden können, was man durchaus als Qualitätsverbesserung werten könne.
Zum bestmöglichen Flughafenerlebnis gehöre aber natürlich auch die Pünktlichkeit. Und diese lasse schon noch zu wünschen übrig und biete noch einiges an Verbesserungspotenzial. Brosi verspricht, dass der Flughafen alles daran setzen werde, die Faktoren, die er als solcher beeinflussen könne, anzupacken, um einen möglichst pünktlichen Betrieb zu gewährleisten.
So würden zum Beispiel neu installierte Kameras bei allen Dockstandplätzen die Abfertigungsprozesse besser abstimmbar machen, was ebenso hilfreich sei bei der Pünktlichkeit wie z.B. auch der Ausschluss langsam fliegender Flugzeuge.
Kein Einfluss auf das Wetter oder die geopolitische Lage
Die geopolitische Situation, eingeschränkte Kapazitäten im europäischen Luftraum oder die vielen Unwetter im Sommer seien allerdings auch Verspätungs-Faktoren, auf die man keinen Einfluss nehmen könne.
Es gebe aber durchaus auch Faktoren, die beeinflussbar seien, und dort wolle man den Hebel ansetzen. Langfristige Verbesserungen wolle man erreichen mittels einem Bisenkonzept, den Pistenverlängerungen oder durch Entflechtungen von Flugrouten. Da diese teilweise seit Jahren in Verfahren feststecken würden oder eine sehr lange Umsetzungsdauer hätten, sei es eine der Prioritäten, sich für deren Beschleunigung einzusetzen.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Für die Zukunft seien stetige Investitionen in moderne Infrastruktur und eine Weiterentwicklung des Angebots im Fokus. Mit den Arbeiten an den landseitigen Passagierflächen sollen ab Herbst 2027 ein neues Gastronomieangebot sowie eine bessere Anbindung an den Circle und mehr Raum für Passagierwege zur Verfügung stehen.
Der Neubau des Docks A sei ein weiteres Projekt mit grossem Mehrwert für den Betrieb und die Passagiere. Mit stetigen Investitionen und klugen Innovationen will Lukas Brosi an ‘seinem’ Flughafen eine nachhaltigere, bedürfnisorientierte und qualitativ hochstehende Mobilität bieten. (TI)








