Geplante Nachtzugverbindung Zürich – Barcelona auf Eis gelegt

Die ÖBB wollte die Nachtzugverbindung in diesem Dezember starten, doch das Projekt kommt nicht zu Stande – Grund sind Finanzierungsprobleme.
©ÖBB

Eigentlich hätten die Nachtzugverbindungen zwischen Zürich und Barcelona schon diesen Dezember starten sollen. Doch daraus wird nun nichts. Wie die «fvw» berichtete, haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) das Projekt auf Eis gelegt.

Grund für die Stilllegung des Projekts seien offenbar Finanzierungsprobleme. Die SBB hätte sich ursprünglich an der Finanzierung der Nachtzugverbindung beteiligen sollen, habe sich aber zurückgezogen.

Bund stoppte Subventionen

Im Zuge des CO2-Gesetzes, hätte der Bund Nachtzüge bis ins Jahr 2030 mit jährlich bis zu 30 Millionen Franken subventionieren sollen, doch der Bund machte einen Rückzieher, TRAVEL INSIDE berichtete.

Eine vom Bund beauftragte Expertengruppe stellte die Subvention in Frage. Die Expertengruppe befürchtete, dass die Anschubfinanzierung zur Dauersubvention werden könnte. Zudem würde der Nachtzug keinen so relevanten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten wie eigentlich gedacht.

Technische Herausforderung zwischen den Landesgrenzen

Ohne Subventionen scheint die Nachtzugverbindung nun nicht realisierbar zu sein. Neben den Finanzierungsproblemen stand das Projekt gemäss deutschen Medienberichten auch vor technischen Herausforderungen.

Der Nachtzug zwischen Zürich und Barcelona hätte zwei Landesgrenzen überschreiten müssen. Trotz einheitlichem Schienennetz in Europa unterscheiden sich die Signal- und Sicherungssysteme sowie die Stromversorgungssysteme zwischen den Ländern. Die Züge müssten dementsprechend für alle Systeme ausgerüstet sein.

Die ÖBB wollen nun nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten für die geplante Nachtzugverbindung suchen. Die ÖBB betreiben inzwischen den grössten Teil des mitteleuropäischen Nachtzugangebots. (TI)