
Wie verschiedene internationale Medien berichten, versinkt der Newark Liberty International Airport in New York, der jährlich von 49 Millionen Reisenden frequentiert wird, derzeit beinahe im Chaos.
Grund dafür ist primär ein Mangel an Flugsicherungspersonal – dieser ist zwar generell weltweit ein wachsendes Problem, am zweitgrössten Airport des ‘Big Apple’ – nach JFK – spitzt sich die Lage aber aktuell immer weiter zu und ist dort mittlerweile akut.
Mit dafür verantwortlich seien nebst Bauarbeiten und aktuell schlechtem Wetter in der Region unter anderem technische Ausfälle, welche laut der US-Luftfahrtbehörde FAA «auf das veraltete Flugsicherungssystem zurückzuführen sind».
90 Sekunden ‘Blackout’
Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, ereignete sich laut der ‘National Air Traffic Controllers Association’ (NATCA), einer Vereinigung der Flugsicherungsangestellten in den USA, am 28. April ein 90-sekündiger Blackout, der zu hunderten Annullierungen und Verspätungen führte.
Ein Kabelbrand hatte an diesem Tag offenbar die komplette Radarkontrolle und Kommunikation kurzzeitig für rund anderthalb Minuten zum Ausfall gebracht.
«Die Fluglotsen*innen verloren komplett den Kontakt zu den ihnen zugeteilten Maschinen. Sie konnten diese weder sehen, noch hören, geschweige denn mit ihnen kommunizieren», liess sich Galen Munroe, Sprecher der US-Gewerkschaft der Fluglotsen, in der «New York Times» zitieren.
Sean Duffy der US-Verkehrsminister, spricht zwar «nur» von einem 30-sekündigen Ausfall, räumte aber gegenüber dem Nachrichtensender Fox News ein, dass «die primäre Kommunikationsleitung ausgefallen ist, die Back-up-Leitung aber nicht funktioniert habe, was ein Zeichen dafür ist, dass wir ein schwaches System haben, das repariert werden muss».
Duffy legt dem Kongress nach eigenen Aussagen noch in dieser Woche einen Milliardenplan für die Reform der Infrastruktur und des Personals vor: «Wir werden ein nagelneues Flugsicherungssystem aufbauen, von der Telekommunikation über neue Radare bis zur neuen Infrastruktur».
Fluglotsen überfordert – United streicht Inland-Flüge
Auch Tage nach dem Blackout habe sich in Newark die Situation alles andere als entspannt: Mehr als 300 Flüge hatten auch am Montag (eine Woche danach) noch Verspätungen von bis zu vier Stunden, 150 fielen gänzlich aus. Dies, weil auch aufgrund des aktuellen Vorfalls und der generell instabilen Technik viele Flugsicherungsmitarbeiter*innen traumatisiert seien und sich krankschreiben lassen haben.
United Airlines geht davon aus, «dass rund ein Fünftel des kompletten Flugsicherungspersonals für Newark derzeit nicht arbeitet», und strich über das erste Maiwochenende prophylaktisch rund 10% all ihrer Flüge ab/bis New York Newark. Man werde zudem bis auf weiteres 35 Flüge täglich aus dem Newark-Flugplan streichen, «da der Flughafen die Anzahl der dort geplanten Flugzeuge nicht bewältigen kann».
Schweiz-Flüge aktuell nicht betroffen
Aus der Schweiz wird New York-Newark täglich von Swiss einmal ab Zürich bedient (LX18, Abflug 17:15 Uhr), und von United Airlines einmal täglich ab Zürich (UA135, Abflug 10:10), und einmal ab Genf (UA957, Abflug 09:20).
Auf Anfrage von TRAVEL INSIDE geben sowohl United wie auch Swiss International Airlines ‘Entwarnung’ und bestätigen, dass der Flugbetrieb zwischen Zürich und Newark momentan «weitestgehend normal» verlaufe.
Einzige Besonderheit bei Swiss sei laut Mediensprecher Michael Pelzer, «dass aktuell etwas mehr Reserve-Fuel einkalkuliert wird, damit im Falle einer Verspätung oder Umleitung keine Probleme entstehen».
Auch ein Blick auf die History beim Flugverkehrsportal flightradar24.com zeigt, dass sämtliche Flüge ab der Schweiz in den letzten Tagen plangemäss in Newark gelandet sind. (CF)
