
Das erste Mal seit 2022 fand wieder ein Workshop von Visit Iceland in der Schweiz statt. «Wir glauben, dass der Schweizer Markt zu Island passt», erklärt Stefania Dröfn Egilsdottir, Account Manager bei Visit Iceland.
Island biete nachhaltigen Tourismus mit viel Naturverbundenheit, Abenteuern und auch die vergleichsweise eher hohen Preise würden Schweizerinnen und Schweizer nicht abschrecken, erklärt die gebürtige Isländerin.
Zusammen mit 15 Vertretern verschiedener Tourismusorganisationen ist sie ins Dorint Airport-Hotel nach Zürich gekommen, um die Vorzüge des nordischen Inselstaats bei rund 18 Schweizer Reiseprofis bekannter zu machen. Die meisten Touristen in Island kämen derweil aus den USA und Deutschland.
In rund drei Stunden von der Schweiz nach Island
Auch die Flugverbindungen aus der Schweiz haben aufgerüstet: Von Zürich aus bestehen das ganze Jahr über Direktverbindungen mit Icelandair und Edelweiss. Von Basel aus fliegt Easyjet nach Reykjavík – und auch von Genf aus bestehen Verbindungen: Vom 30. Mai bis 21. September mit Icelandair und von Januar bis März mit der isländischen Billigfluggesellschaft Play.
«Ein Flug von der Schweiz nach Island beträgt lediglich drei bis dreieinhalb Stunden», betont Stefania Dröfn Egilsdottir. Edelweiss fliegt nebst der Hauptstadt Reykjavík auch die nördliche Stadt Akureyri an.
Slow Travel abseits bekannter Pfade und Ganzjahrestourismus fördern
Dies scheint in die Tourismus-Strategie von Island zu passen. Visit Iceland hat nämlich einen neuen Ansatz für die Entwicklung des Tourismus auf dem Inselstaat: Touristen werden ermutigt, auch abseits bekannter Pfade wie der «Ring Road» zu reisen und sich dafür mehr Zeit zu lassen.
«Slow Travel», auch in Regionen, die bisher wenig vom Tourismus erschlossen waren, ist das neue Credo. Auch will Visit Iceland die Richtung des Ganzjahrestourismus einschlagen und nicht nur während der Sommermonate Gäste begrüssen. Wohl auch, um das Touristenaufkommen besser zu verteilen: Island verzeichnet pro Jahr rund 2 Mio. Touristen, hat aber lediglich 390’000 Einwohner.
Dabei ist Island der grossen Bevölkerung noch nicht allzu lange als Reiseland bekannt. Erste touristische Infrastrukturen gab es zwar bereits seit den 1970er-Jahren, allerdings waren diese eher limitiert und nur während der Sommermonate verfügbar.
Wie der Ausbruch des Eyjafjallajökull touristischen Aufschwung brachte
Einen touristischen Aufschwung erlebt das Land erst seit dem Jahr 2010. Dazu beigetragen haben verschiedene Faktoren, wohl aber auch der Ausbruch des Vulkans mit dem hierzulande kaum aussprechbaren Namen «Eyjafjallajökull», dessen Aschewolke im Jahr 2010 zu massiven Flugausfällen innerhalb Europas führte. Dies habe die Leute neugierig gemacht und Island sei in den Fokus gerückt, erklärt Stefania Dröfn Egilsdottir.
Heute sei der Tourismus die grösste Einnahmequelle des Landes und habe sogar die dominierende Fisch-Industrie abgelöst. Gemäss Stefania Dröfn Egilsdottir habe der Tourismus aber weitgehend positive Auswirkungen ins Land gebracht und es herrsche kein Overtourism-Problem: «Island ist riesig und der Tourismus hat Leben in die kleinen Fischerdörfer gebracht».
Wie der neue touristische Ansatz des Inselstaats aussehen kann, demonstriert Hjalti Pall Porarinsson von Visit North Iceland. Er ist in einem kleinen Dorf im Norden aufgewachsen und lebt nun in Akureyri, einer Stadt mit rund 20’000 Einwohnern.
Islands Norden: Arctic Coast Way, Nordlichter, Hotpots und Skifahren
Visit North Iceland hat beispielsweise die Idee des «Arctic Coast Way» hervorgebracht, eine Rundreise entlang der Nordküste Islands mit dem Mietwagen. Auch der Winter soll für Touristen populär gemacht werden. «Wir konkurrieren mit grossen Playern wie Finnland und Schweden», erklärt Hjalti Pall Porarinsson.
Auch im Norden Islands könne man im Winter Nordlichter sehen und sogar Ski fahren. Charterflüge bringen Touristen im Winter direkt nach Akureyri. Islands Vulkane und die damit verbundenen zahlreichen natürlichen Hotpots würden einen zusätzlichen Mehrwert bieten, betont Hjalti Pall Porarinsson. (AL)
