65 neue Hochgeschwindigkeitszüge für 2,4 Milliarden Euro bestellt

Frontalangriff auf die Deutsche Bahn: Flixtrain will mit dieser Mega-Investition eine neue Ära des Bahnfahrens einläuten.
©Flixtrain/Rendering

Flixtrain hat Ende Mai die Bestellung 65 neuer europäischer Hochgeschwindigkeitszüge bekanntgegeben. Während der spanische Hersteller Talgo die Züge baut und gewisse Wartungsleistungen übernimmt, liefert Siemens die Lokomotiven. Vom Vertragsvolumen von bis zu 2,4 Mrd. EUR sind laut Mitteilung bereits über 1 Mrd. EUR verbindlich zugesagt.

Flix ist ein 2013 gegründetes globales Travel-Tech-Unternehmen mit Sitz im deutschen München, das unter den Marken Flixbus, Flixtrain, Greyhound und Kâmil Koç Reisen in über 40 Ländern auf 4 Kontinenten anbietet.

Enormes Marktpotenzial

Mit dieser strategischen Entscheidung reagiert Flixtrain auf die wachsende Nachfrage nach schnellen und günstigen Zugreisen. Die neuen Hochgeschwindigkeitszüge ermöglichen es dem Unternehmen, das enorme Marktpotenzial in Deutschland und Europa zu erschliessen. Der Schienenpersonenfernverkehr soll in Deutschland bis 2030 um 45% gegenüber 2021 wachsen.

Europaweit ist das Marktpotenzial mit rund 27 Milliarden Euro im Jahr 2023 mit einem erwarteten jährlichen Wachstum von 4 bis 5% sogar noch grösser. Allein im Jahr 2024 hat Flixtrain sein Angebot um 40% ausgebaut und einen deutlichen Fahrgastzuwachs erzielt – aufbauend auf dem bereits sehr starken Jahr 2023.

«Wir wollen nicht nur Marktanteile, sondern den Markt selbst vergrössern»
Flix CEO André Schwämmlein denkt gross. ©Flix

«Wir verfolgen mit Flixtrain eine langfristige Strategie und werden unser Angebot in den kommenden Jahren deutlich vergrössern», sagt André Schwämmlein, CEO und Mitgründer von Flix. «Mit dem starken Ausbau unserer Zugflotte starten wir eine neue Ära des Zugreisens in Deutschland und Europa. Wir wollen nicht nur unseren Marktanteil erhöhen, sondern auch den Markt selbst deutlich vergrössern.» Eine klare Kampfansage an die Deutsche Bahn.

Politik begrüsst den Wettbewerb

Die neue Bundesregierung hat das enorme Potenzial des Marktes erkannt und sich zu langfristigen Investitionen in die Infrastruktur sowie zu einer Reform des Trassenpreissystems in Deutschland bekannt. Diese Pläne können weitere private Investitionen in den deutschen Bahnsektor anstossen, Innovationen fördern und für ein grösseres Angebot sorgen. Letztlich würde dies mehr Wettbewerb und ein besseres Angebot für Fahrgäste bedeuten.

Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr, freut sich: «Wir begrüssen die Investition von Flixtrain ausdrücklich. Dass ein deutsches Tech-Unternehmen in dieser Grössenordnung investiert, ist ein starkes Signal für den Schienenmarkt».

Europaweite Expansion

Die neuen Flixtrains sind europäische Hochgeschwindigkeitszüge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 230 km/h. Sie bieten verschiedene Features, wie zum Beispiel barrierefreien Einstieg, den es derzeit in keinem Fernverkehrszug in Deutschland gibt. Die Züge sind so konzipiert, dass sie in mehreren europäischen Ländern einsetzbar sind. Bisher hat Flixtrain in Deutschland 13 Züge im Einsatz, die von Partnerunternehmen betrieben werden.

Die neuen Züge sollen die Expansion in Deutschland und anderen europäischen Ländern vorantreiben. «Wir sehen Flixtrain als ein europäisches Produkt. Ausgehend von unserem Heimatmarkt wollen wir das Angebot auch in anderen Ländern verfügbar machen», so Schwämmlein weiter. (TI)