Hotelplan-Dertour: Das will die WEKO von der Branche wissen

Im Rahmen der vertieften Prüfung der Übernahme von Hotelplan durch Dertour befragt die WEKO die Reisebranche.
Stephanie Schulze zur Wiesch, Ingo Burmester und Laura Meyer müssen sich noch gedulden. Zuerst befragt das WEKO die Reisebranche zur Wettbewerbssituation im Markt ©TI

In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Reise-Verband (SRV) sendete die WEKO am 25. Juni 2025 den Verbandsmitgliedern einen Fragebogen.

Das Closing der Übernahme von Hotelplan durch Dertour musste nach der einmonatigen vorläufigen Prüfung am 27. Mai 2025 bekanntlich verschoben werden. TRAVEL INSIDE berichtete.

Dr. oec. Niklaus Wallimann, Leiter Kompetenzzentrum Ökonomie beim WEKO, nimmt dazu wie folgt Stellung: «Die einmonatige, vorläufige Prüfung dieses Zusammenschlusses ergab, dass Anhaltspunkte für eine marktbeherrschende Stellung bestehen. Denn zusammen würden Dertour und Hotelplan zum grössten Reiseveranstalter in der Schweiz aufsteigen. Mit der vertieften Prüfung soll unter anderem die Frage geklärt werden, ob Reisewilligen in der Schweiz mit der Selbstbuchung direkt bei Hotels und Fluggesellschaften oder über Online-Plattformen ausreichende Alternativen zur Verfügung stehen, um möglicherweise steigenden Preisen entgegenzuhalten. Es wird auch geprüft, welchen Einfluss die digitalen Reiseangebote auf den aktuellen und potenziellen Wettbewerb auf den Märkten haben.»

Das will das WEKO von der Branche wissen

Um herauszufinden, wie die Wettbewerbssituation in der Schweizer Outgoing-Reisebranche nach einer Übernahme von Hotelplan durch Dertour wäre, stellt das WEKO den SRV-Mitgliedern folgende Fragen:

  • Die erste Frage bezieht sich auf die Häufigkeit der Vermittlung von Pauschalreisen von Reiseveranstaltern, von einzelnen Bausteinen von Reiseveranstaltern, von Einzelleistungen von Leistungserbringern wie Bettenbanken und von Einzelleistungen von Leistungserbringern wie Fluggesellschaften, Hotels etc.
  • Es wurden fünf Antwort Kategorien, nämlich ‘selten (0-25%)’, ‘eher selten (26-50%)’, ‘regelmässig (51-75%)’, ‘häufig (76-100%)’ und ‘Ich weiss nicht’ definiert.
  • Bei der zweiten Frage müssen die Antwortenden den Wettbewerbsdruck von Anbietern auf deren Angebot als Reisebüro einschätzen. Diese Frage wurde auf fünf Segmente aufgeteilt, nämlich ‘Angebote anderer Reisebüros’, ‘Direktverkauf von Reiseveranstaltern’, ‘Direktbuchungen bei Leistungserbringern wie Fluggesellschaften, Hotels etc.’, ‘Angebote von OTAs wie Booking.com, Expedia, E-Bookers und Check24’, und ‘Sonstige’. Beantworten können die Befragten diese Fragen mit schwach, eher schwach, mittel, eher stark und stark.

Reiseveranstalter sollen zusätzliche Fragen beantworten. Diese werden gefragt, wie häufig sie einfache Pauschalreisen (Flug, Hotel, Transfer) und komplexe Pauschalreisen mit mehreren Aufenthalten, Reiseleitung und/oder zusätzliche Aktivitäten verkauft werden.

Wiederum gibt es die fünf Antwort Kategorien ‘selten (0-25%)’, ‘eher selten (26-50%)’, ‘regelmässig (51-75%)’, ‘häufig (76-100%)’ und ‘Ich weiss nicht’.

Gefragt wird nach dem Wettbewerbsdruck auf das Angebot des antwortenden Reiseveranstalters von einfachen und komplexen Pauschalreisen. Diese Frage wurde wiederum in fünf Segmente ‘Angebote anderer Reiseveranstalter’, ‘Angebote von Reisebüros (Micro Touroperating)’, ‘Direktbuchungen bei Leistungserbringern wie Fluggesellschaften, Hotels etc.’, ‘Angebote von OTAs wie Booking.com, Expedia, E-Bookers und Check24’, und ‘Sonstige’ aufgeteilt. (BRA)