Ägypten ist gemäss dem ägyptischen Tourismusminister Hisham Zazou auf dem besten Weg, 2015 zu alten Rekordzahlen zurückzukehren. Er verweist unter anderem auf deutlich steigende Kapazitäten bei deutschen Reiseveranstaltern. Das Ägyptische Fremdenverkehrsamt teilt mit, die Auslastung in den Badeorten im Südsinai und am Roten Meer betrage derzeit zwischen 75% und 85%, was einer Zunahme von 10% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Aus Sicht von Schweizer Veranstaltern sieht man der Entwicklung des Ägypten-Geschäfts optimistisch entgegen. Peter Brun von Kuoni Reisen erklärt, das Buchungsniveau sei insgesamt noch klar geringer als vor der Revolution. «Aber auch bei den Reisenden aus der Schweiz kommt das Vertrauen für Ägypten wieder zurück.»
Eine ähnliche Aussage erhält man von Prisca Huguenin-dit-Lenoir von Hotelplan Suisse: «Das Niveau von vor der Zeit des Arabischen Frühlings ist noch nicht wieder erreicht, dennoch sind wir mit der aktuellen Auslastung zufrieden.»
Bei FTI Touristik gibt es zusätzlich eine «Sorglos-Buchen»-Garantie, dank der Reisen bis 30 Tage vor Antritt kostenlos umgebucht werden können. «Das Angebot wurde bislang von Schweizern kaum in Anspruch genommen», sagt Verda Birinci-Reed von FTI Touristik. «Die Option gibt den Kunden Sicherheit, aber wer bucht, möchte auch fliegen.»
Adrian Eckert von TUI Suisse stimmt zu, die Buchungsentwicklung nach Ägypten verlaufe ähnlich der in Deutschland. Einen Aufwärtstrend verspüre man besonders bei den Destinationen Hurghada und Marsa Alam.
Beim Ägypten-Spezialisten Amin Travel erfreut man sich über eine hohe Auslastung im Segment Badeferien. Etwas zu wünschen übrig lasse einzig der Bereich Kultur, darunter die Nilkreuzfahrten.
Michael Grütter von Express Travel International wäre froh, wenn die Zahlen tatsächlich wieder auf Vor-Revolutions-Niveau wären. Realistisch gesehen sei man davon aber weit entfernt. «Für jeden zweiten Schweizer ist eine Ägypten-Reise momentan kein Thema, es herrscht immer noch eine gewisse Blockade», so Grütter. Nichtsdestotrotz verzeichnet ETI eine relativ gute Nachfrage.
Die neue Regelung über Flugsubventionen besagt, dass Veranstalter pro belegten Sitz Subventionen erhalten. Für FTI ist diese Regelung der richtige Schritt und bedeutet für die Destination und den Veranstalter eine Win-Win-Situation.«Die Beträge, die subventioniert werden, sind zwar gering im Vergleich zu unserem Risiko, aber das Prinzip ist richtig»,bekräftigt Birinci-Reed.
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