Airliner und Touristiker stimmen Nein (Ausgabe 2007-45)

Hansjörg Bürgi, Chefredaktor des Luftfahrtmagazins SkyNews.ch

Dass die Plafonierungsinitiative das falsche Instrument ist, um Fluglärm zu bekämpfen, hat sogar der flughafenkritische Schutzverband erkannt. Selbst er empfiehlt eine Ablehnung. Wer – wie Airliner und Touristiker – tagtäglich mit Luftverkehr zu tun hat, weiss auch, dass nicht eine Flugbegrenzung, sondern technische Massnahmen zur wirksamen Verminderung von Fluglärm führen.

In den vergangenen 20 Jahren ist der Zürcher Flughafen gemäss einer Studie von Avenir Suisse um 66 Prozent «leiser» geworden – und das bei stetig zunehmendem Flugverkehr. Dazu hat der Zürcher Airport sehr viel selber beigetragen: Als einer der Ersten weltweit führte er lärm- und schadstoffabhängige Landegebühren ein. Dank neuer Triebwerkstechnologien werden die Flugzeuge in Zukunft noch lärmarmer. Der neue Airbus A380 bietet diesbezüglich einen Vorgeschmack.

Die Plafonierungsinitiative und die damit verbundene künstliche Limitierung des Zürcher Flugverkehrs schadet der ganzen Schweizer Volkswirtschaft und riecht nach Planwirtschaft. Der Flughafen könnte zwar mit neun Stunden Nachtruhe überleben, die Swiss in der heutigen Form jedoch nicht. Denn die Plafonierungsinitiative ist der Swiss-Hub-Killer schlechthin: nicht der maximal erlaubten 250000 Flugbewegungen wegen, sondern wegen der neun Stunden Nachtruhe. Damit würde der Zürcher Flughafen zu einem Regionalairport verkommen. Deshalb ist es umso fataler, dass der sich endlich wieder im Aufwind befindliche Schweizer Luftverkehr abgewürgt werden soll.

Weniger Flüge bedeuten weniger Mobilität, weniger Wohlstand und weniger Jobs: Ein einziger Airbus A340 löst alleine bei Swiss direkt 150 Arbeitsstellen aus. Ohne Hub braucht die Swiss auch keine 20 Langstreckenjets mehr. Man rechne. Deshalb stimmen verantwortungsbewusste Fachleute der Airline- und Tourismusindustrie im Kanton Zürich am 25. November Nein. Die Branchenkenner sichern sich damit ihren eigenen Arbeitsplatz und Tausende von weiteren Jobs, die nur dank des Zürcher Flughafens entstanden sind. Sägen wir nicht auf dem Ast, auf dem wir (gut) sitzen.