Airlines profitieren von Etihad-Netzwerk (Ausgabe 2015-50)

Starker Partner mit Forderungen

Low-Cost-Carrier, traditionelle Linienairlines und die hochkompetitiven Carrier vom Golf: So hart wie derzeit war der Wettbewerb am Himmel selten. In solchen Zeiten lohnen sich starke Partnerschaften. Das 2014 gegründete Netzwerk Etihad Airways Partners scheint sich zu einem solchen zu entwickeln.

Finanziell profitieren die acht Partner-Fluglinien, darunter Air Serbia, Etihad Regional, Alitalia und Air Berlin von der Finanzstärke einer Etihad Airways, die an allen mehr- oder minderheitlich beteiligt ist: Erst im Herbst machte ein grossangelegtes Fundraising-Projekt Schlagzeilen, bei welchem die Partner sage und schreibe USD 700 Mio. bei Investoren sammelten. Rund USD 140 Mio. fielen dabei für Air Berlin ab, die damit ausstehende Kredite begleichen konnte. 

Doch Etihad schiesst nicht ohne grösseren Plan im Hintergrund Geld zu. Das Netzwerk mit den vielen mehr oder weniger finanziell angeschlagenen Airlines soll neben dem Zugang zu den verschiedensten Märkten für Etihad auch rechnerisch zum Erfolg werden. Wer seine Sparziele nicht erreicht, wird nicht ewig aufgefangen, sondern fällt irgendwann durch die Maschen. Dass z.B. Air Berlins CEO Stefan Pichler sein Jahresergebnis bis 2018 um EUR 310 Mio. verbessern kann, muss er erst einmal beweisen. 

Und: Wer vom Partner-Netzwerk profitieren will, soll sich diesem auch unterordnen. Damit Streckennetze und Flugpläne wie geplant «harmonisiert» werden können, müssen die Partner mitspielen. Jüngstes Beispiel ist Etihad Regional, die sich mit ihrem Wetlease-Angebot künftig auf ihre Aufgaben im Netzwerk konzentrieren soll, statt Kapazitäten an Aussenstehende wie Skywork zu vergeben. 

Auf diese Weise ist ein schlagkräftiges Netzwerk am Entstehen. Wie erfolgreich es am Ende wird, ist aber nicht zuletzt von der Politik abhängig. Auf die Genehmigung zur Weiterführung ihrer profitablen Code-shareflüge warten Air Berlin und Etihad immer noch… 

Stephanie Günzler