Aus Belgien kommt eine neue Idee in die Schweiz. Die sogenannte «All-you-can-fly»-Fluggesellschaft Take Air will künftig Kurzstreckenflüge innerhalb Europas anbieten, die Mitgliedern vorbehalten sind. Diese bezahlen monatlich EUR 1650 plus EUR 1000 Beitrittsgebühr und können damit Plätze für zwei namentlich festgelegte Nutzer reservieren. Nach dem Flatrate-Prinzip dürfen diese Personen das Angebot von Take Air unbegrenzt nutzen. Jeder weitere User kostet EUR 400 pro Monat. Mitglieder können sowohl Firmen als auch Privatpersonen sein.
Take-Air-Gründer und Geschäftsführer Matthieu Dardenne sieht die Vorteile für die Nutzer vor allem in der Geld-, Aufwand- und Zeitersparnis: «Sie können bis 15 Minuten vor Abflug einchecken und noch 30 Minuten vor Abflug einen Sitz reservieren», betont der 31-jährige Marketing Manager und Privatpilot. Der Buchungsprozess an sich nehme keine 30 Sekunden in Anspruch. An Bord erwarten den Passagier Snacks und Getränke, WLAN gibt es nicht und auch keine Kabinencrew. Dafür persönliche Flugassistenten am Boden, die auf Anfrage auch Meetings organisieren. Zum 30. März lanciert Take Air ihren ersten Linienflug zwischen Zürich und Antwerpen. Eine Marktanalyse habe ergeben, dass das Bedürfnis einer Verbindung zwischen der Schweizer Finanzmetropole und der belgischen Diamantenstadt besonders gross ist.
Zweimal Täglich geht es zunächst hin und her ab Zürich um 9.00 und 19.20 Uhr, ab Antwerpen um 7.05 und 17.25 Uhr. Flugzeit: 90 Minuten. Zum Einsatz kommt vorerst die Geschäftsreisemaschine King Air 200 der Privatfluggesellschaft Abelag mit maximal acht Sitzen, später eine grössere 350i. Ein eigenes Flugzeug soll 2017 kommen.
Ein Büro in der Schweiz existiert bereits. Als Zürich-Manager amtet in Brugg/AG Thomas Frischknecht, der bis Mitte 2014 die Geschäfte der Belair Airlines AG geleitet hatte. Für Sales und Marketing zeichnet seine Mitarbeiterin Julia Eisenträger verantwortlich.
Hinter dem Unternehmen steckt neben Dardenne der Aviation Broker The Aviation Factory aus Antwerpen. Die Ziele sind ambitioniert: Die Verbindung AntwerpenZürich soll auf vier bis fünf tägliche Rotationen ausgebaut werden. LondonParis soll im September folgen und zudem alle sechs Monate zwei neue Linien mit einer maximalen Flugdistanz von 1:20 Stunden innerhalb Europas. Voraussetzung: ein General Aviation Terminal.
Um den «Break Even» zu erreichen, braucht Dardenne zirka 100 Mitglieder. Bislang seien es noch keine 30. «Wir sind nicht sicher, ob wir das erreichen, aber wir sind enthusiastisch», so der Gründer. Der Vertriebsweg Reisebüro sei übrigens interessant und Kommissionen Verhandlungssache.
SG



