Angst vor Ebola schwächt Afrika-Tourismus (Ausgabe 2014-46)

Afrika-Veranstalter erleben unterschiedliche Reaktionen auf die Ebola-Epidemie.

Ausser in Guinea, Liberia und Sierra Leone – und kurzzeitig in Nigeria – war und ist Ebola zurzeit nirgends eine grosse Gefahr. Dennoch schwächt das Virus den Tourismus eines ganzen Kontinents. Beispiel Namibia: Der dortige Gastgewerbeverband spricht von Stornierungen und schwachen Vorausbuchungen. Beispiel Kenia: Obwohl ein Einreiseverbot aus den betroffenen Gebieten besteht und alle innerafrikanischen Passagiere auf Symptome überprüft werden, wird der Nachfrage-Rückgang immer deutlicher spürbar. Beispiel Südafrika: Leistungsträger vor Ort beklagen Einbussen von bis zu 40%; insbesondere der Markt aus den USA und aus Asien sei eingebrochen. Beispiel Marokko: Aus Furcht vor dem Virus will das Land den Afrika-Cup um ein Jahr verschieben – unter anderem, weil man sich um die heimische Tourismusindustrie sorgt.

Das Thema beschäftigt auch die globalen Veranstalter. So sagte Kuoni-CEO Peter Meier bei der Präsentation der Neun-Monats-Zahlen: «Die Furcht vor Ebola trägt zum schwierigen Geschäftsumfeld bei. Dabei ist das Ebola-Virus keine echte Gefahr für die Reisenden, sondern primär eine Empfindlichkeit. Es ist ein emotionales Thema.» 

SJ