Asien macht bereits 38% des Schweizer Finnair-Geschäfts aus (Ausgabe 2008-16)

Die Ausrichtung auf Fernost zeitigt vor allem im Commercial-Bereich Erfolg.

Finnair reitet dank ihres klaren Fokus auf das Asien-Geschäft weiterhin
auf einer Erfolgswelle. Schweiz-Chef Jan Pellinen konnte sich 2007 über
insgesamt 13,8% Passagierzuwachs freuen, und im ersten Quartal 2008
betrug der Zuwachs abermals 27%. «Den grössten Zuwachs verzeichnen wir
im Commercial-Geschäft nach Asien, was heisst, dass wir unsere Ziele
vollständig erreicht haben», erklärt Pellinen. Laut letzter Statistik
mache das Asien-
Geschäft rund 38% des Umsatzes von Finnair Schweiz aus.

Es hat sich inzwischen eben herumgesprochen, dass die Wege nach Asien
aufgrund der Erdkrümmung via die Polarroute – also via den Gateway
Helsinki – am kürzesten sind. Dies hat nicht zuletzt die breit
angelegte Werbekampagne von Finnair ermöglicht. Dazu kamen originelle
Aktionen, wie etwa ein Pfannkuchen-Werfen in Genf. Die Message: Die
Erde ist nicht flach wie ein Pfannkuchen, sondern rund, weshalb eben
Distanzen nach Asien via die Pole kürzer sind. Pellinen stellt für 2008
weitere solche spassigen Marketingaktionen in Aussicht, ohne jedoch
Konkretes zu verraten.

Distanzen zwischen Zürich oder Genf via Helsinki nach Destinationen
weltweit lassen sich übrigens im Vergleich mit anderen Gateways
(Kopenhagen, Amsterdam und Frankfurt, um die Konkurrenz beim Namen zu
nennen) auf der Website www.viahelsinki.com verfolgen. Klar wird dabei:
Die Vorteile hat Finnair vor allem in China und Japan. «Unsere
erfolgreichste Destination ist Shanghai», betont Pellinen. Für Seoul
(die Route wird am 2. Juni lanciert) werden ebenfalls Spitzenresultate
erwartet.

Das Asien-Geschäft läuft aber nicht überall gleich stark: Indien, für
Finnair allgemein ein Wachstumsmotor, läuft ex Schweiz auf Sparflamme.
«Für Schweizer spielt der Distanzvorteil aufgrund der Erdkrümmung hier
natürlich nicht», erklärt Pellinen. Der Fokus liege demzufolge ex
Schweiz auch nicht auf Indien.

Der Fokus liegt primär weiterhin auf dem Commercial-Geschäft. Hier
wurde weiter zugelegt; laut Pellinen sind bereits 65% der
Finnair-Passagiere ex Schweiz Geschäftsreisende. Das dürfte auch so
bleiben: Die beste Leisure-Destination auf der Langstrecke, Bangkok,
habe sich weniger stark entwickelt als die Business-Ziele in Fernost.

Über die Hälfte des Passagiervolumens machen aber weiterhin
Point-to-Point-Flüge nach Finnland aus, wo sich Business und Leisure
(wozu man Ethnic-Traffic zählen kann) etwa die Waage halten. Innerhalb
Europas ist Helsinki aufgrund seiner peripheren Position kein idealer
Gateway; ein für Schweizer attraktives Beyond-Geschäft gibt es
trotzdem, etwa in die baltischen Staaten. Damit holt Finnair Schweiz
weitere 10% des Umsatzes. Das Geschäftsaufkommen in die einzige nicht
asiatische Überseedestination von Finnair, New York, ist laut Pellinen
dagegen «verschwindend klein».

Nebst Asien setzt Finnair übrigens auf die Karte Umweltverträglichkeit.
Beim Catering werden umweltfreundliche, rezyklierbare Materialien in
möglichst kleiner Menge verwendet. Die Abfallmengen pro Material pro
Jahr lassen sich auf der Finnair-Website einsehen. Zudem soll auch die
Flotte «state of the art» in Bezug auf die Umwelt sein. In der
Langstreckenflotte, welche bis 2010 auf 15 Einheiten wachsen soll,
werden dann die letzten MD-11 endgültig durch deutlich
umweltfreundlichere Airbus A340-300E ersetzt.

Auch diese Message wird das Finnair-Team Schweiz – bestehend aus elf
Personen (fünf im Verkauf, sechs im Traffic und eine in Genf) – laut
Pellinen auf «überraschende Weise» im Markt bekannt zu machen wissen.

Jean-Claude Raemy