AUA fliegt wieder unter eigenem Namen (Ausgabe 2015-18)

«Austrian operated by Tyrolean» gehört endgültig der Geschichte an.

Nun ist es vollzogen: Am 1. April 2015 wurden die Unternehmen Tyrolean Airways und Austrian Airlines unter der Marke Austrian Airlines endgültig fusioniert, «operated by Tyrolean» ist Vergangenheit. Die 3200 Mitarbeiter des fliegenden Personals sind damit wieder offiziell «Austrian Staff». Aber auch das Personal auf den Bundesländerstationen, das bisher bei Tyrolean angestellt war, ist nun offiziell mit neuen Arbeitsverträgen zur AUA übergegangen. Laut José Pereira, Country Manager Schweiz und Liechtenstein, wurde die Fusion bei den Agenten und Kunden sehr gut aufgenommen. «Der Zusatz operated by Tyrolean hat bei beiden für Verunsicherung bezüglich Buchung, Qualität und Service gesorgt», erklärt Pereira, «nun herrscht wieder Klarheit!»

Bis es so weit war, operierte die Austrian Airlines Group mit verschiedensten Marken. Alles begann damit, dass im März 1998 die AUA 100% des Aktienkapitals der Tyrolean Airlines übernahm und diese damit zur 100-Prozent-Tochter wurde. Zunächst operierte Tyrolean als Regionalairline unter eigenem Namen, ab Sommer 2002 unter der Marke «Austrian arrows». Ab Juli 2012 übernahm Tyrolean Airways schliesslich den gesamten Flugbetrieb der Austrian Airlines Group. Die Flugzeugflotte sowie rund 460 Piloten und 1500 Flugbegleiter wechselten an dem Tag den Betreiber bzw. den Arbeitgeber. Alle Flüge der Austrian Airlines wurden mit dem Zusatz «operated by Tyrolean» geführt.

Doch dieser Übergang zog zahlreiche Proteste und Klagen nach sich und war bereits zuvor von österreichischen Gerichten in zwei Instanzen für nichtig erklärt worden. Im September 2014 stellte ausserdem der Europäische Gerichtshof fest, dass der alte Kollektivvertrag für das fliegende Personal bis zum Inkrafttreten eines neuen Vertrages nachwirke, was wiederum Nachzahlungen in Millionenhöhe zur Folge hätte. Die AUA-Gruppe trat mit der nun erfolgten Fusion die Flucht nach vorn an. Trotz dieses Hin und Her konnte die Austrian Airlines Group 2014 ein operatives Ergebnis von plus EUR 10 Mio. einfliegen. Ohne die Sonder-Abfertigungen im Zuge des neuen Bord-Kollektivvertrages wäre das Ergebnis weit positiver ausgefallen. 

Nach der Restrukturierung erhält die österreichische Airline einen weiteren neuen Markenauftritt und ein leicht verändertes Erscheinungsbild. Seit dem 26. März steht nun auf dem ersten neu lackierten Airbus A321 auf dem weissen Bug (bisher hellblau) der Gruss «Servus», die hellblaue Farbe auf den Triebwerken wurde durch Rot ersetzt. Zudem wird die Aufschrift «Austrian» um «my» ergänzt.

NDR