Die SRV-GV bewegte sich auf hohem Niveau: die Gastreferate des ECTAA-Präsidenten (Verband der Reise-Verbände) und von Dr. Auma Obama (Kenia) waren ein Highlight. Aber auch die meist trockenen Traktanden und GV-Geschäfte entbehrten keinesfalls der prickelnden Spannung.
Insbesondere während der Ausführungen von Marcel Herter (Chef Fachgruppe Flug) wurde es sehr still im Saal. Herter führte zur Situation zwischen Airline- und Reisebranche hervorragend dokumentiert aus. Seine treffende Analyse beschreibt kein gutes Verhältnis zwischen den Airlines und Vertriebspartnern, im Gegenteil. Gemäss Herter werde es keine faire Partnerschaft in Zukunft mehr geben. Herter mahnte indirekt den in der Schweiz marktbeherrschenden Carrier an. Andere Airlines, zum Beispiel aus der Golf-Region, seien nach wie vor auf den Reisevertrieb angewiesen und würden sich entsprechend (noch) erkenntlich zeigen. Jeder Agent müsse selber wissen, auf welche Airline er «shiften» müsse. Diese Aussage stiess bei den anwesenden Vertretern von Swiss und Edelweiss auf wenig Verständnis, wie sich unschwer erkennen liess.
Die Reisebürolehre soll auf KV-Niveau verbleiben: Das Thema mit der alternativen Detailhandelslehre wurde quasi rein intern diskutiert und an der GV dann als abgeschmettert präsentiert. 85% der ausbildenden Betriebe waren an der Diskussion beteiligt, 15% sollen jetzt noch darüber in Kenntnis gesetzt werden. Imagegründe, Fremdsprachen-Nachteile und eine qualitativ schlechtere Kandidaten-Auswahl wurden als Hauptgründe aufgeführt. Pikant: Ausgerechnet Kuoni, als grösster Lehrstellen-Anbieter, votierte für die Detailhandelslehre.
Den Gastgebern sei ein Kränzchen gewunden, die Reise war perfekt: Der Gala-Abend mit dem 110 Meter langen Tisch eine Weltneuheit für die anwesenden Teilnehmenden. Walter Kunz und sein Team bewiesen grosse Umsicht bei der Organisation: Überragend einmal mehr der SRV-Präsident.
Angelo Heuberger



