Gottfried Esterhammer, seit kurzem Royal Jordanian (RJ) Sales Manager für die Schweiz, ist überzeugt: «Der Beitritt zur Oneworld-Allianz vom 1. April dieses Jahres hat uns einen grossen Schub gegeben, getreu dem neuen RJ-Motto Changes in the air.»
Nicht, dass an eine unmittelbare Aufstockung der gegenwärtig drei wöchentlichen Flüge (Tage 3, 5, 6) aus der Schweiz (Zürich und Genf im Dreieck, am Tag 6 direkt nach Amman, sonst via Genf) gedacht wird, aber man will mehr Verkaufspersonal einstellen, um näher bei den kleineren, unabhängigen Reisebüros zu sein, die bisher eher vernachlässigt wurden. Allerdings: Vor einer Entzerrung der Schweizer Dreiecksflüge, die grossteils mit A321 geflogen werden, steht (für 2008?) eine Aufstockung der Frequenzen im Vordergrund. Bis dahin behilft man sich in Zürich, das seit 2001 angeflogen wird, an RJ-freien Tagen mit einem AUA-Code-share via Wien.
Amman soll dabei künftig vor allem als Hub in Richtung Irak, Libanon und Syrien etabliert werden. Allein nach vier irakischen Flughäfen fliegt Royal Jordanian 60 Mal pro Woche. Für Weiterflüge nach Aden, Aleppo, Damman, Delhi, Mumbai und Bangkok ist RJ laut Esterhammer dank kurzer Aufenthaltszeiten im Hub Amman besonders geeignet. Dazu kommt, dass die Airline vor allem zu Spitzenzeiten zum Beispiel für Familien preislich attraktive Angebote bereithält.
Esterhammer weiter: «Wir verkaufen zwar primär nicht über den Preis, sondern über unser höchst ansehnliches Angebot, das zum Beispiel auf den A320/321 auch Video on demand umfasst.» Für Flüge aus der Schweiz nach Jordanien hält RJ gemäss Esterhammer einen Marktanteil von 80%. 50% der Kunden aus der Schweiz nach Amman beenden ihre Flugreise in Jordanien, 10% sind High-Yield-Weiterreisende (vor allem ex Genf) nach dem Irak, Libanon und Syrien, und je 20% fliegen nach Indien/Sri Lanka oder nach Saudiarabien/Sudan weiter. Übers Jahr bildet der Pilgerverkehr nach Jeddah ein Aufkommen, das rund 20% des gesamten Aufkommens der Airline entspricht.
Die Flotte wird in den nächsten Jahren um weitere A320 ergänzt, währenddem die A310 laufend durch neue Boeing-Dreamliner B-787 ersetzt werden sollen. Gemäss Esterhammer arbeitet RJ eng mit dem beim Airlinecenter angesiedelten Jordanischen Fremdenverkehrsamt zusammen. Erste Erfolge kann der Macher Esterhammer bei der Bearbeitung der Key Accounts bereits verzeichnen: «Flex Travel und Kuoni werden Jordanien und RJ in ihren Winterkatalogen wieder aufführen.» Neben den weiteren, bereits bestehenden Nischen-TOs für Jordanien will Esterhammer weitere Kleingruppen-Spezialisten für die Programmierung des Königreichs gewinnen. Noch immer zahlt RJ auf IATA-Tarifen 9% Kommission, was sich laut Esterhammer stimulierend auf die Verkäufe auswirken sollte.
Peter Kuhn



