Erst Ende Februar hat die Bravofly Rumbo Group die Buchungsplattform Lastminute.com von Sabre übernommen. Mit der Transaktion hat die in Chiasso ansässige Bravofly sämtliche Geschäftstätigkeiten der Plattform in Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien erworben. «Die Akquisition von Lastminute.com wird einen wesentlichen Einfluss auf die Grösse und die Organisation unserer Firma haben», informierte CEO Francesco Signoretti an einer Pressekonferenz.
Dieser Einfluss wird so gross sein, dass die Kernmarke Lastminute.com sogar Namensgeber für die Firmengruppe werden soll. Ein entsprechender Vorschlag werde den Teilnehmern der Generalversammlung noch vorgelegt, verkündete Signoretti. Die Marken Bravofly, Rumbo, Volagratis und Jetcost, die ebenfalls zur Gruppe gehören, würden aber aufgrund der lokalen Verankerung weiterhin digital bestehen bleiben.
Im Vordergrund der Langzeitstrategie stehen Paketangebote, die im Vergleich zum einfachen Fluggeschäft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch der Absatz über mobile Endgeräte soll mittels innovativen Apps weiter vorangetrieben werden. Geografisch gesehen will man vor allem in Grossbritannien und Deutschland noch entscheidend an Marktstärke zulegen.
Zeitlich abgestimmt auf die Umsetzung dieser Strategie kommunizierte die Gruppe ambitionierte Ziele: So soll das Brutto-Reisevolumen bis 2017 auf EUR 3 Mia. und der Umsatz auf EUR 330 Mio. gesteigert werden. Das Unternehmen rechnet durch die Integration von Lastminute.com vorerst mit einem Rückgang der Profitabilität, hingegen beim Umsatz sowie beim EBITDA wird wieder ein Wachstum erwartet.
Bereits im vergangenen Jahr konnte die Bravofly Rumbo Group eine Umsatzsteigerung verbuchen. Der Reiseanbieter verdankt diesen Umstand in erster Linie getätigten Zukäufen, aber auch der Anstieg der durchschnittlichen Anzahl Passagiere pro Buchung und ein höheres Brutto-Reisevolumen ausserhalb der Kernmärkte Italien, Spanien und Frankreich haben dazu beigetragen.
Eine Herausforderung für das Unternehmen stellten sogenannte Metasearch-Plattformen dar. Diese leiten Kunden, die einen Flug buchen möchten, nämlich direkt zur Fluggesellschaft weiter. Aus diesem Grund wurde vermehrt ins Online-Marketing investiert. Der Reingewinn betrug EUR 7,2 Mio., deutlich weniger als im Vorjahr (EUR 12,3 Mio.). Dieser Rückgang wird besonders dem Börsengang im April 2014 zugeschrieben, der Kosten von EUR 3,9 Mio. verursachte.
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