Codeshare Flug/Zug – die Zukunft? (Ausgabe 2008-28)

Ein Codeshare zwischen Flugzeug und Zug könnte eine ergänzende Lösung sein.

Angesichts des steigenden Erdölpreises und des Ausbaus der europäischen
Schnellstrecken wird der Codeshare zwischen Flugzeug und Zug zu einer
denkbaren Lösung. Bei Swiss steht
man dem Codeshare Flug/Zug positiv gegenüber, wie Rudolf Schumacher, VP
Sales & Marketing, ausführt: «Das ist eine interessante Option, die
unserem Produkt einen Mehrwert verleiht, weil der Kunde dadurch gewisse
Destinationen präzise anlaufen kann. Die Reisedauer darf aber drei
Stunden nicht übersteigen.» Von Interesse sind die wichtigen Strecken:
«Wir sind offen für Diskussionen mit Gesellschaften wie Lyria,
Verhandlungen sind zurzeit aber nicht im Gange.»

Die Bahngesellschaft zeigt sich ebenfalls interessiert, wie Christian
Rossi, Generaldirektor von Lyria, erklärt: «Heute sind wir
Konkurrenten, besonders auf der Achse Zürich–Paris. Von einem Codeshare
würden alle profitieren. Solange unsere Auslastung nicht 100% erreicht,
gewinnen wir.»
Rudolf Schumacher räumt aber ein: «Es besteht ein technisches Problem
bei der Reservation, insbesondere beim Free Flow.» «Die
Business-Modelle sind unterschiedlich», erklärt Christian Rossi.

«Die
SBB haben ein offenes Modell: Man steigt ein und setzt sich hin, wo man
will. Zwar wird bei einer Reservation ein Platz zugewiesen, womit diese
geschlossen ist, aber den Namen des Passagiers haben wir nicht. Die
Fluggesellschaften haben eine geschlossene Reservation und die Daten
des Passagiers. Dazu kommt, dass die Airlines die nicht verkauften
Plätze kurzfristig wieder auf den Markt bringen möchten.» Eine
sofortige Lösung zeichnet sich nicht ab. «Ich glaube, das dies
mittelfristig eine Lösung sein kann, aber nicht in den nächsten zwei
Jahren», sagt Christian Rossi.   

CD/SAM