Es sind grosse Herausforderungen, denen sich der Flughafen Altenrhein stellen muss. Das ist sich Daniel Steffen bewusst, der vom Bern Airport kommend am 1. August 2015 als Manager Business Development bei der Peoples Air Group (Peoples Business Airport und Peoples Viennaline) an den Start ging und nach dem Ausscheiden von Armin Unternährer seit dem 7. Dezember als CEO für den Flughafen, die Airline und die Immobilien der Dachholding Realco sie ist Besitzerin des Flughafens verantwortlich zeichnet.
Der Fokus von Steffen liegt auf Expansion. Zur optimalen Auslastung der Embraer 170 der Peoples Viennaline waren neue Charterrotationen von grösster Wichtigkeit. Das ist ihm in Zusammenarbeit mit vier starken lokalen TO-Partnern für den Sommer 2016 bereits gelungen. High Life Reisen fliegt mit Viennaline von Mai bis Oktober immer samstags nach Olbia und Cagliari (Sardinien). Zudem bietet der TO aus dem Vorarlberg von Mai bis Oktober Flüge mit VLM nach Pula (Kroatien) an. Für Universal und Sunshine Holidays kommt Viennaline auf der Route nach Mallorca zum Einsatz, dies jeweils am Sonntag (Juni bis September) sowie ab Juli zusätzlich am Mittwoch (für Sunshine Holidays). Mit Rhomberg und Viennaline geht es zudem von Juni bis September ab Altenrhein direkt ins griechische Preveza.
Keinen Ersatz hat man für die Intersky-Verbindungen nach Elba gefunden, da die Insel nur von Dornier 328 oder Dash8-300 angeflogen werden kann. Die Berner Sky Work verfügt über solche Maschinen, eine Zusammenarbeit ist laut Steffen aber leider nicht zustande gekommen. Vor kurzem gab es vom Verwaltungsrat grünes Licht zum Projekt einer zweiten Maschine für die Peoples Viennaline. Steffen: «Die Evaluation wird zeigen, ob es wieder eine Embraer 170 mit 76 Plätzen oder eine 145 sein wird. Die zweite Maschine wird uns im Linien- und Charterverkehr mehr Flexibilität bringen. Als mögliche neue Ziele sehe ich vor allem deutsche Flughäfen wie Düsseldorf, Hamburg, Berlin oder Köln, mit denen unsere Region auch wirtschaftlich verflochten ist.»
Im letzten Jahr fertigte der Flughafen Altenrhein 91584 Passagiere ab, 9% mehr als 2014. Der grösste Anteil, nämlich 84386 Passagiere, entfallen auf die Peoples Viennaline auf der Strecke Altenrhein-Wien (+10%).
Das Thema Finanzierung der Flugsicherung steht beim CEO oben auf der Prioritätenliste: «Bisher erhielten Regionalflughäfen Subventionen aus den Skyguide-Überschüssen der zwei grossen Airports Zürich und Genf. Bekanntlich sollen die Regionalflughäfen diese Kosten ab 2017 voll tragen müssen. Für uns sind das beim kaum bezahlbaren Monopolbetrieb Skyguide rund CHF 5 Mio. im Jahr. Das können wir unmöglich vollumfänglich tragen. Wir müssen eine politische Lösung finden, das gilt nebst uns u.a. noch für Bern, Lugano und Grenchen.»
Nebst diesen Gebühren ist es die Euro/Franken-Thematik, welche den Kostendruck bei der Peoples Air Group, speziell bei der Airline, noch verstärkt. Steffen: «70% unserer Einnahmen fallen in Euro an, aber 80% der Ausgaben in Schweizer Franken. Alleine die Währungsproblematik hat unsere Rechnung im letzten Jahr mit CHF 2,1 Mio. belastet.»
Trotz aller Herausforderungen blickt Steffen optimistisch in die Zukunft: «Auf der Wien-Strecke rechne ich für 2016 mit rund 8000 Passagieren mehr, insgesamt sollten wir am Flughafen rund 103000 Passagiere abfertigen können.» Bei seiner Arbeit kann er sich auf ein schlagkräftiges, neu zusammengestelltes Führungsteam und auf insgesamt 90 Mitarbeitende (70 Vollzeitstellen) abstützen.
Urs Hirt



