«Das Ausbleiben von Touristen hätte fatale Folgen» (Ausgabe 2014-49)

Der stellvertretende ägyptische Tourismusminister Ahmed Shokry zur aktuellen Situation in Ägypten:

Wie schätzen Sie die derzeitige Sicherheitslage ein? 

Europäische Sicherheitsexperten haben unsere Sicherheitsvorkehrungen mit dem neusten Standard verglichen und überprüft, damit die Sicherheit der Reisenden gewährleistet werden kann. Hurghada zum Beispiel wurde mit zahlreichen Sicherheitskameras ausgestattet, zudem werden Auto-Scanner zur Durchleuchtung von passierenden Fahrzeugen verwendet. Sharm el Sheikh wird demnächst auf die gleiche Weise ausgerüstet. Generell kann man daher also sagen, dass derzeit in den Touristenorten kein Sicherheitsproblem vorhanden ist.

Was unternimmt man, damit auch kulturelle Stätten wieder attraktiv werden?



Mit diversen Events wollten wir die Anzahl Touristen im Niltal wieder erhöhen. Wir haben mehrere grosse Reiseveranstalter auf Fam-Trips eingeladen. Die Nachfrage blieb jedoch nach wie vor aus. Unser oberstes Ziel momentan ist, diese Region wieder zu stärken. Bleiben die Touristen nämlich weiterhin aus, wird dies fatale Folgen wie mangelnde Schulbildung, Armut und eine Verschlechterung der Infrastruktur mit sich bringen.


Wenn kein Sicherheitsproblem vorliegt, warum bleiben dann die Touristen im Niltal aus?

Ich persönlich sehe die Ursache eher psychologischer Natur. Man kann die Situation etwa mit einem Restaurantbesuch vergleichen. Ist ein Restaurant komplett leer, geht man automatisch von einem schlechten Service aus. So verhält es sich auch mit Luxor und Assuan. Je weniger Gäste dorthin reisen, umso negativer wird der Ruf. So entsteht ein Teufelskreis, aus dem man nur schwierig wieder herauskommt. 

Aufgezeichnet: MM