Das Verhältnis zwischen Airlines und Reisebüros ist seit längerer Zeit
belastet. Nicht nur wegen der GDS-Gebühren. Seit Jahren beklagen sich
die Reisebüros, immer mehr Gratisarbeit für die Fluggesellschaften
erledigen zu müssen. Die Situation hat sich nun erneut zugespitzt. Zwar
anerkennen die Agenten wie die Kunden, die sich täglich mit hohen
Benzinpreisen konfrontiert sehen die Tatsache, dass die Airlines
unter enormem Kostendruck stehen und sich die massiv höheren
Kerosinpreise auf den Flugpreis auswirken müssen.
Allerdings stossen zwei Aspekte der Reisebürofront sauer auf: Noch mehr
Gratisarbeit für die Airlines, da jede Erhöhung der Treibstoffgebühren
auch einen Mehraufwand mit sich bringt. Und zweitens fühlen sich die
Reisebüros von jenen Fluggesellschaften, die ihnen noch Kommissionen
oder Incentives bezahlen, betrogen. Denn immer öfters wird nur noch ein
kleiner Teil des Gesamtpreises als Ticketpreis ausgewiesen und ist
somit Incentive-berechtigt.
Die Forderungen der Reisebüro-Vertreter sind klar: Sie erwarten von den
Airlines endlich eine Lösung und eine Entschädigung für diese
Gratisarbeit. Sie erwarten aber auch, dass die Flugpreise
Treibstoff-bereinigt und auf das heutige Niveau der Kerosinpreise
angepasst werden. Dass dies möglich ist, beweist Emirates. Die
Sympathie seitens der Agenten ist der Airline gewiss. Es ist nicht
damit zu rechnen, dass der Rohölpreis schon bald wieder sinkt, also
wäre es jetzt Zeit für klare Preise.
Die Airlines betonen, sie würden nicht die gesamten
Treibstoff-Mehrkosten als Zuschläge weiterverrechnen. Sollen sie es im
Sinne klarer, Aufwand-gerechter Preisgestaltung doch tun und mit den
Mehreinnahmen die Gratisarbeit ihres Vertriebskanals Reisebüro
entschädigen.
STAR-Präsident Luc Vuilleumier ist mit seiner Forderung einer Art
Kundengeldabsicherung für die Monate im Voraus einkassierten
Ticketgelder bei den Retailern auf offene Ohren gestossen. «Wir alle in
der Reisebranche müssen eine Kundengeldabsicherung haben, aber die
Airlines schalten und walten, wie sie gerade wollen», meint
beispielsweise Alex Bähler vom Lufthansa City Center Basel. Ähnlich
Reto Christoffel von Destour Sargans: «Das wäre absolut sinnvoll. Wir
Reisebüros sind immer die Steigbügelhalter und machen alles für die
Airlines, aber wenn wir einmal etwas von ihnen wollen, lassen sie nicht
mit sich reden.»
