Während andere Länder durch die politische Instabilität seit dem Arabischen Frühling oder durch Bombenanschläge in jüngster Zeit (nicht nur) touristisch schwer getroffen wurden, kann sich Spanien auf eine langjährige touristische Tradition abstützen. Dies hat die 36. Ausgabe der spanischen Tourismusmesse Fitur, die vom 20. bis 24. Januar an der Feria in Madrid unter dem Patronat von Andalusien über die Bühne ging, deutlich gemacht.
Die Zahlen sprechen für sich: In diesem Jahr lockte die zweitgrösste Tourismusmesse der Welt 231872 Besucher, einschliesslich 124659 Fachbesuchern, an, was ein Plus von 6 bzw. 2% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Auch die Anzahl der Aussteller stieg um rund 3% auf 711. Total waren 9605 Unternehmen (+3,4%) an der Messe präsent, die Zahl der internationalen Firmen stieg um 4%, diejenige der spanischen Unternehmen um 3,1%. Insgesamt waren 165 Länder auf der Ausstellungsfläche von 60000m2 anwesend, davon 42 aus Lateinamerika und 44 aus Afrika. Die Messeorganisatorin IFEMA schätzt die Wertschöpfung dieses wichtigen Grossereignisses in Madrid auf mehr als EUR 210 Mio. Dies bedeutet einen neuen Rekord seit der Gründung der Fitur. Ausserdem betonten die Aussteller die hohe Qualität der zahlreich anwesenden Besucher.
«Während Destinationen wie Portugal oder die Niederlande mit ihren eigenen Länderpavillons anwesend waren, präsentierten sich die meisten anderen europäischen Nationen auch mit privaten Unternehmen. Dank der vielen exotischen Destinationen hat die Fitur eine internationale Dimension erhalten», stellte Faustino Díaz Fortuny, Direktor des spanischen Fremdenverkehrsamtes Turespaña in der Schweiz, fest.
Mehrere Schweizer Reiseagenten nutzten die spanische Tourismus-messe in Madrid, um letzte Anpassungen für die nächste touristische Saison vorzunehmen. Tim Bachmann, Director Touroperating Shorthaul, Beach & Cities bei Hotelplan Suisse, vermutet, dass im aktuellen Kontext Spanien einer der grossen Gewinner des Jahres 2016 sein könnte. «Wir haben sehr intensive, aber auch lohnende Tage in Madrid erlebt, jedoch nur in den drei Hallen der spanischen Anbieter», konstatierten Bachmann und sein Team.
VT Vacances war mit zwei konkreten Vorgaben an die Messe gereist. «Ein wichtiger Bereich für uns ist die technologische Entwicklung und die IT-Branche war an der diesjährigen Fitur sehr gut vertreten. Zudem führten wir Gespräche mit spanischen Lieferanten, mit denen wir bereits zusammenarbeiten, über ihre neuen Produkte und Angebote und lernten neue, interna-tionale Hoteliers kennen», erklärte Sébastien Delgado, Co-Direktor von VT Vacances.
Trotz seiner geringen Grösse wird auch der Quellmarkt Schweiz gemäss Einschätzung der spanischen Tourismusverantwortlichen einen Teil zum erwarteten Wachstum beitragen. Auch nach zwei Jahren mit stetig steigenden Einreisezahlen habe das Land noch weiteres Entwicklungs-potenzial, zeigt sich Miguel Ángel Pérez von Fly Valencia überzeugt.



