Der Schweizerische Reisebüro-Verband (SRV) hat hinsichtlich der GDS
Sabre, Galileo und Worldspan einiges erreicht. Die angekündigten
GDS-Gebühren sind zwar bis auf Weiteres auf null gesunken. Dennoch ist
die Diskussion für den SRV noch nicht beendet. Für den Verband stehen
dieser Tage drei Punkte auf der Traktandenliste: Die Notwendigkeit
eines Vertrags an sich, der Inhalt des Vertrags und die ungeklärte
Situation um Amadeus.
«Durch die für die Reisebüros gebührenfreie GDS-Abwicklung braucht es
einen solchen Vertrag nicht mehr. «Die Argumente der Swiss für einen
solchen Vertrag sind nicht stichhaltig», sagt SRV-Präsident Hans-Jörg
Leuzinger. «Ausserdem wird darin nicht festgehalten, dass die Gebühren
während der Vertragsdauer nicht erhöht werden. Eine solche
Preisgarantie wäre ein Zeichen von Kontinuität und würde den Reisebüros
im Zeitrahmen des Vertrags mehr Sicherheit geben.»
Laut Leuzinger habe der Verband die Swiss am Montag beauftragt, den
Vertrag, welchen die Reisebüros bis zum 16. Juni unterzeichnet an die
Airline retournieren sollten, in der Geschäftsleitung nochmals zu
diskutieren. «Die Swiss hat scheinbar noch nicht realisiert, dass das
Misstrauen der Branche sehr tief sitzt», sagt Leuzinger, «mit einer
Einigung würde sich die Swiss wieder dem Trade annähern und das
Vertrauen stärken.»
Dem SRV ist es ein grosses Anliegen, dass auch Amadeus mit Swiss
und Lufthansa eine Einigung erreicht. Leuzinger ist zuversichtlich,
dass man eine gemeinsame Lösung finden wird, auch wenn sich diese nicht
zwingend in einer Null-Gebühr niederschlägt.
«Wir werden die Swiss nicht unter Druck setzen, denn wir befinden uns
in der Schweiz in einer anderen Situation als in Deutschland, wo ab 1.
Juli das neue Gebühren-Modell zur Anwendung kommen wird. Wir warten die
Reaktionen ab, die in den ersten Juliwochen eingehen und werden
entsprechend reagieren und kommunizieren», so der SRV-Präsident.
