Insgesamt 200 Mitglieder inklusive Begleitpersonen reisten vom 13. bis 16. November nach Malta, um an der 87. Generalversammlung (GV) des Schweizer Reise-Verbandes (SRV) teilzunehmen und das touristische Angebot der Inselgruppe kennenzulernen.
In seinem Grusswort betonte Dr. Edward Zammit Lewis (Tourismusminister von Malta) die Wichtigkeit des Marktes Schweiz und gab sich überzeugt, dass die neuen Flüge ab Zürich mit Swiss ab Sommerflugplan 2015 der Nachfrage weiteren Schub verleihen werden. Danach konnte SRV-Präsident Max E. Katz die GV eröffnen, zu der er seine Amtskollegen Norbert Fiebig (Deutschland), Dr. Walter Saeckl (Österreich) und Lars Thykier (Dänemark) begrüssen durfte.
Die üblichen Traktanden wie Protokoll der letzten GV, Geschäftsbericht, Jahresrechnung, Budget 2014/15, Jahresbeiträge und die Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsstelle wurden einstimmig abgesegnet. Im Geschäftsjahr 2013/14 konnte der Verband dank des Beitrages des SECO an das E-Learning-Programm ein erfreuliches Ergebnis von CHF 27763.94 erzielen. Damit erhöht sich das Vereinsvermögen auf CHF 519549.91.
Interessantes gab es aus den Fachbereichen. Hier einige Beispiele: Die Intercharge Fee bei Kreditkartenzahlungen soll bis August 2017 von 0,94 auf 0,44% gesenkt werden. In der Aus-/Weiterbildung scheiterte das Projekt Detailhandelslehre (Bericht Seite 1). Im Bereich Umwelt/Soziales können Reisebüros durch Tour Cert nun auch einen kostengünstigen Check machen lassen, um festzustellen, wie fit man für ein Zertifizierungsverfahren ist.
Daueraktionen zum Schnäppchenpreis werden bei den Airlines zur Normalität, eine rasche und nachhaltige Konsolidierung in der europäischen Airline-Industrie ist nicht in Sicht und der verstärkte Trend, den indirekten Vertrieb zu umgehen, sowie der Datenhunger der Airlines, ohne den NDC nicht möglich ist, sind nur einige Stichworte, welche die aktuelle Situation in der Luftfahrtbranche prägen. Full Content in den GDS wird nicht mehr Standard sein, die Rückkehr zu einer fairen Partnerschaft gehört definitiv ins Reich der Träume das die ernüchternde Bilanz von Marcel Herter im Bereich Flug.
Eine positive Meldung gibt es aus der Politik. Der Bundesrat hat dem Parlament beantragt, die Motion von Nationalrätin Christa Markwalder anzunehmen, welche mit einer Änderung des PRG die Einführung wirksamer Sanktionen für Veranstalter und Vermittler fordert, die ihre gesetzliche Sicherungspflicht verletzen.
Bei den Erneuerungswahlen wurden Claude Luterbacher, David Léchot, Stéphane Jayet und Daniel Bauer einstimmig für eine weitere Amtsperiode bestätigt. Für Thomas Goosmann wurde Marcel Bürgin (CEO Kuoni Schweiz) neu in den Vorstand gewählt.
Höhepunkt war das Referat von Dr. Auma Obama, Halbschwester des US-Präsidenten. Am Beispiel ihrer Stiftung Sauti Kuu in Kenia zeigte sie auf, dass nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe nur mit Einbezug der Menschen vor Ort funktioniert. «Benutze das, was du hast, um das zu bekommen, was du brauchst» ist eine ihrer Kernaussagen. Auch Negatives könne nachhaltig sein, solange man es nicht verändere. Nachhaltigkeit werde ganz unterschiedlich interpretiert. Jede Entwicklungszusammenarbeit müsse wirtschaftlich, sozial und ökologisch immer wieder in Frage gestellt werden. «Almosen» seien der falsche Weg ein Mentalitätswechsel und Eigenverantwortung heisse das Rezept. Die Reisebranche zerstöre mit Massentourismus Ressourcen und verbaue mit der Ghettoisierung durch abgeschottete Touristenburgen den offenen Blick für das Fremde. «Letztlich geht es darum, dass die Menschen vor Ort in Eigenverantwortung ihr Leben wirtschaftlich und sozial verbessern können.»
Die GV 2015 findet vom 11. bis 15. November in Abu Dhabi statt.
Den Teilnehmern der SRV-GV wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten. Eine Stadtführung durch Valletta, eine Jeeptour auf Gozo, eine Hafen- und eine Inselrundfahrt sowie ein Besuch von Mdina standen ebenso auf dem Programm wie ein Abendessen in der Xara Lodge und das Gala-Dinner im historischen Mediterranean Conference Center. Die Touren und die allabendliche Open Bar wurden zum regen Networking genutzt. Malta zeigte sich von seiner besten Seite, nicht zuletzt auch dank sonnig-warmem Herbstwetter.
Urs Hirt, Malta



