«Drei von fünf Flügen ab Zürich wurden annulliert» (Ausgabe 2014-40)

Air France hat soeben den längsten Streik ihrer Geschichte hinter sich. Das ging auch am Schweizer Geschäft nicht spurlos vorbei, sagt Länderchef Vincent Kas.

Herr Kas, die Piloten von Air France haben zwei Wochen lang gestreikt, um gegen die Expansion der konzerneigenen Low-Cost-Tochter Transavia zu protestieren. Wie schlimm war das Geschäft in der Schweiz betroffen?

Im Schnitt mussten fünf von neun täglichen Abflügen ab Genf und drei von fünf Flügen ab Zürich annulliert werden. Basel war nicht betroffen, da die dortigen Flüge von Hop! durchgeführt werden.

Wie hat Air France versucht, der Reisebranche in dieser Krisenzeit beizustehen?

Wir haben die Branchenpartner proaktiv über den Stand der Dinge informiert und die Öffnungszeiten unseres «Trade Helpdesk» bis 20.30 Uhr abends ausgedehnt, am Wochenende ist es von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet. Dazu wurden stets aktualisierte Infos auf www.agentconnect.biz aufgeladen.

Auch Schweizer Endkunden wurden via «AF Connect» proaktiv informiert, per SMS oder E-Mail. Die Umbuchungs- und Annullierungs-Regelungen wurden gelockert und die Helpdesk-Öffnungszeiten auch für sie verlängert.

Gibt es juristische Nachspiele?

Unsere Teams wie auch die Branchenpartner haben hart gearbeitet, um gestrandete Kunden auf KLM, Delta, Skyteam-Partner oder bei Bedarf auch andere Airlines umzubuchen. Wurde ein Flug annulliert, konnten Kunden eine volle Rückerstattung über www.airfrance.fr oder auch über Facebook, Twitter, mobile Webseiten oder Helplines anfordern. 

Warum ist die Expansion von Trans-avia für Air France so wichtig?

Sie garantiert Wachstumsmöglichkeiten. Das Geschäft von Transavia kann entscheidend zum Geschäftsergebnis von Air France beitragen.

Auch wenn die Pläne vorerst auf Eis liegen: Kann man dereinst erwarten, Flugzeuge von Transavia in Zürich zu sehen?

Nein. Die Mehrheit unserer Kundschaft in Zürich sind Geschäftsreisepassagiere. Transavia hingegen bedient Leisure-Ziele in Europa. Daher sind die Zürcher Passagiere nicht die richtige Zielgruppe für Transavia. Das zeigt sich auch darin, dass seit Ende März die Route Zürich–Paris mit einem Airbus A318 in Dreiklassen-Konfiguration angeflogen wird. Zürich bleibt also ein wichtiger Markt für Air France.

JCR