An der kommenden Zürcher Ferienmesse (Fespo) wird Edelweiss Air erstmals mit einem eigenen, also nicht in einen Kuoni-Auftritt eingebundenen Stand präsent sein. Darauf angesprochen erklärt Edelweiss-Geschäftsführer Karl Kistler: «Wir wollen unseren Bekanntheitsgrad bei den Endkonsumenten weiter fördern. Eine Änderung unserer Strategie hin zu Sitzplatzverkäufen in Eigenregie bedeutet dies allerdings nicht.
Wir wollen den Verkauf von Nur-Flügen via unsere Homepage, welche schon jetzt rege besucht wird, weiter ankurbeln; die Abwicklung der Buchungen bleibt aber einzig und allein bei Kuoni.» Will heissen, dass der Verkauf von Nur-Flügen über die Homepage weiterhin «powered by Kuoni» ist und, so Kistler, «nicht an ein ausgetüfteltes Yield-Management wie bei den Low-Cost-Carriern angebunden ist». Für Kistler ist die Annäherung an die Endkonsumenten also eine «logische Konsequenz» des Erfolgs der eigenen Homepage. Es sei klar geworden, dass sich mit Einzelplatzverkauf die Auslastungen ziemlich einfach verbessern lassen: «Zahlreiche Edelweiss-Kunden buchen einen Nur-Flug»; genau beziffern mag Kistler den Anteil aber nicht.
Kistler kommt entgegen, dass Linienflüge und Charterflüge «nur noch aus Sicht der Flughäfen», aber nicht mehr aus juristischer Sicht getrennt werden. Mit anderen Worten: Edelweiss kann irgendeine der eigenen (europäischen) Destinationen mit kleinem administrativem Aufwand auch als Linienstrecke betreiben, nachdem man im Frühling die allgemeine Linienkonzession eingeholt hatte. Allerdings ist damit natürlich auch eine Beförderungspflicht verbunden, welcher Charterlinien nicht unterliegen.
In diesem Sommer wurden bereits Palma de Mallorca, Olbia und Larnaca wie Linien, also mit Einzelplatzverkauf, bedient. Das war laut Kistler ein Erfolg und werde bestimmt in grösserem Rahmen weiterverfolgt. Zurzeit werde darüber gebrütet, welche Strecke man im nächsten Sommer mit Einzelplatzverkauf anbietet. In Frage kommen alle europäischen Strecken; auf der Kurz-/Mittelstrecke entfallen nur die Routen nach Ägypten und Tunesien, wo nicht das EU-Recht zur Anwendung kommt.
Im Wintergeschäft ist kein Einzelplatzverkauf geplant.$
Jean-Claude Raemy



