ITS Coop Travel wird 2007 voraussichtlich 35 Mio. Franken umsetzen. 2008 sollen es bereits 50 Mio. Franken werden. Wow, denkt wohl mancher, das sind stolze Zahlen. Ach, denken andere, das sind doch Peanuts. Ist der Markteintritt des Direktanbieters nur vermeintlich eine Erfolgsgeschichte?
Offiziell heisst es: «Der Start von ITS Coop Travel ist gelungen.» Der für 2007 budgetierte Umsatz wurde mittlerweile von CHF 30 auf 35 Mio. korrigiert. Doch in Anbetracht der Mutterhäuser ist dies ein Pappenstiel. Coop setzt jährlich 15,5 Mia. Franken um, Rewe umgerechnet CHF 70,5 Mia. Zusammen ergibt dies CHF 86 Mia. Der erste Jahresumsatz von ITS Coop Travel macht davon nicht einmal ein halbes Promille aus.
Fairerweise muss man sagen, dass der Gesamtumsatz der Muttergesellschaften vor allem den Detailhandel umfasst. Reduziert auf den Tourismus ist die Relation aber immer noch imposant: Die Sparte Rewe Touristik inklusive aller Töchter setzte 2006 umgerechnet CHF 6,9 Mia. um. Im Vergleich mit diesem Wert entspricht der erste Jahresumsatz von ITS Coop Travel einem halben Prozent.
Genügt das, wenn zwei Giganten wie Coop und Rewe zusammenspannen? In Österreich hat es die deutsche Rewe mit ihrer Tochter Billa anders vorgemacht. Seit 1998 ist man mit ITS Billa Reisen aktiv, die seit 2006 Teil der Rewe Austria Touristik ist. Diese will 2007 erstmals mehr als 100 Mio. Euro, sprich 162 Mio. Franken, umsetzen. Das ist fast fünf Mal mehr als die neue Halbschwester in der Schweiz.
Coop müsste mehr Gewicht in die Waagschale werfen. Der zweitgrösste Detailhändler der Schweiz verfügt über mehr als 1500 Verkaufsstellen, die mit einem Ständer von ITS Coop Travel versehen sind. Total wurden dort bislang über eine Million Kataloge an die Leute gebracht wohl mit relativ grossem Streuverlust. Stand heute sind erst 25000 Gäste mit ITS Coop Travel verreist. Umworben wird das Schweizer Millionen-Publikum von Coop zudem noch mit einer Wochenzeitung und einer Kundenkarte.
Das Kuchenstück von ITS Coop Travel am Direktreisenmarkt ist hingegen beachtlich, da es bereits 10% des auf 350 Millionen Franken geschätzten Volumens entspricht. Die Vormachtstellung von Vögele (TUI) ist unangetastet. Doch Netto (Kuoni) ist der Newcomer schon dicht auf den Fersen. Easy (Hotelplan) wurde bereits überholt.



