Erst ein Viertel der Esco-Crew will von Basel nach Glattbrugg (Ausgabe 2008-11)

9 von 40 Mitarbeitenden (Stand heute) wollen den Umzug von Basel nach Glattbrugg mitmachen.

In zwei Wochen ist offizieller Umzugstermin. Dann wird Esco nach über
55 Jahren in Basel an den Hauptsitz der Hotelplan-Gruppe in Glattbrugg
umsiedeln. Man sollte meinen, dass inzwischen alles geregelt ist. Weit
gefehlt.

Es scheint, als ob mancher «Basler» nicht gewillt ist, im Grossraum
Zürich zu arbeiten. Rund 40 Personen sind zurzeit bei Esco angestellt;
dem Vernehmen nach haben sich Stand heute aber erst neun davon
verbindlich für eine Fortführung ihres Jobs in Glattbrugg
ausgesprochen. Darin ist der grösste Teil des Kaders eingeschlossen.

Eine Nachfrage bei der Hotelplan-Pressestelle fördert zutage, dass zum
Umzug erst Ende Monat Stellung bezogen wird. Sprecher Peter Schmidli
weist darauf hin, dass bei einigen Personen die Situation noch pendent
sei, da noch nach individuellen Lösungen betreffend Krippenplätzen oder
Transportmöglichkeiten gesucht werde. «Es müssen auch nicht alle
Esco-Mitarbeitenden gleich vom ersten Tag an in Glattbrugg arbeiten»,
bemerkt Schmidli.

Offenbar hat man bei Hotelplan die Umzugslust und berufliche
Flexibilität der Esco-Crew überschätzt. Laut Insidern wurde nun sogar
die Frist für den Umzug bis Ende Mai verlängert. Damit erhalten jene
Esco-Mitarbeitenden, die bisher keine Lösung gefunden haben, nochmals
etwas Zeit, um sich auf den möglichen neuen Arbeitsort einzustellen,
also die persönliche Situation bei einem allfälligen Umzug zu klären.
Die so entstehende Zwitterlösung «Esco halb Basel halb Zürich» ist
natürlich nicht ideal.

Das Ziel der geografischen Zusammenführung war ja, dass man Synergien
besser ausnutzt und Redundanzen in Produktion, Marketing oder
Kommunikation aufhebt. CEO Thomas Stirnimann wird bald wissen wollen
(oder müssen), mit welchen Leuten er in Glattbrugg rechnen kann.

Wer sich aber beim Esco-Personal umhört, merkt schnell: Glattbrugg ist
für viele schlicht zu weit weg, für einen Pendlerjob sind die
Verbindungen zum Teil viel zu schlecht. Viele können nicht, einige
wollen nicht im fernen Zürich ihre Brötchen verdienen. Wohl wissend,
dass es am Platz Basel im Tourismus nicht so viele Alternativen gibt.

«Dann sehen wir uns eben in anderen Branchen um», lautet der Tenor. Der
Zeitpunkt für einen Jobwechsel könnte schlechter sein. Für Hotelplan
bedeutet dies vor allem, dass man in Zürich einige Leute für Esco wird
rekrutieren müssen. Dass dabei viel Know-how verloren geht, liegt auf
der Hand.

Jean-Claude Raemy