Für rote Köpfe bei Schweizer Veranstaltern sorgte an der Fespo in Zürich die Konkurrenz aus Deutschland. Während in Halle1 Schweizer Anbieter wie z.B. Glur Reisen ihre Kataloge in Schweizer Franken an die Kunden abgaben, hatte das Reisebüro Pomorin gleich nebenan dieselben Kataloge mit Euro-Preisen aufliegen. Ist das rechtens, wo doch seit 1. Januar 2016 alle Reiseanbieter, die eine Niederlassung oder ein Vertriebssystem in der Schweiz haben, ihre Preise in CHF angeben müssen? Pomorin hat schliesslich ausser im deutschen Je-stetten auch ein Büro in Oberglatt ZH.
«Ja», meint Manuel Pomorin, Juniorchef des grenzübergreifend tätigen Büros, «wir haben uns als deutsches Reisebüro an der Fespo angemeldet und dürfen somit die Euro-Kataloge von deutschen TOs mitbringen.» Dies sei mit dem Seco (Staatssekretariat für Wirtschaft) und der Messe abgesprochen gewesen. «Man hat uns gesagt, Umrechnungstabellen seien erwünscht, mehr nicht», so Pomorin.
Messeleiter Stephan Amstad bestätigt, dass Pomorin als deutsches Reisebüro gelistet gewesen sei. «Wir haben ihm gesagt, dass er den Wechselkurs und somit einen Schweizerpreis kommunizieren muss.» So stehe es in den AGBs. «Rund 50% von 650 Ausstellern kommen aus dem Ausland. Wir können informieren, aber nicht alle überprüfen.» Was er zunächst nicht gewusst habe, sei, «dass Pomorin ein Reisebüro in der Schweiz hat».
Wusste das Seco Bescheid? Dieses schreibt in einer Stellungnahme, die neue Regelung gelte nicht nur für TO, sondern auch für Reisebüros wie Pomorin. Es gebe jedoch eine Alternative zu Katalogen in Schweizer Franken. «Man kann Preislisten in CHF beilegen.» Früher habe eine Umrechnungs-tabelle genügt.
Der Vollzug der PBV (Preis-Bekanntgabe-Verordnung) liegt bei den kantonalen Behörden. Diese waren an der Fespo in Gestalt der Stadtpolizei Zürich präsent. Rund die Hälfte der Aussteller hätten ihre Preise in Euro ausgeschrieben, teilt diese mit. Doch auch Ausländer müssten zumindest eine Umrechnungstabelle mitliefern. Im Gespräch mit der Messeleitung habe man angemahnt, dass die Regelung im nächsten Jahr konsequenter umgesetzt werden müsse. Eine Verzeigung gab es nicht. 2017 will Amstad mit Hilfe des Seco Unterlagen für die Aussteller zusammenstellen.



