Expansionspläne der indischen Jet Airways gehen auf (Ausgabe 2007-51)

Die indische private Airline Jet Airways orientiert sich international. Seit vergangenem Sommer fliegt sie Amerika und Europa an.

Die boomende Luftfahrt und der starke Wettbewerb im indischen Flugmarkt
veranlasst Jet Airways, vermehrt in die internationale Fliegerei
einzusteigen. So startete die 1993 von Naresh Goyal gegründete private
Carrier  im Sommer 2007 ins interkontinentale Fluggeschäft. Seit
dem 6. August existiert die neue Route Mumbai–Brüssel–New York
(Newark). Sie wird täglich geflogen. Am 5. September 2007 wurde das
Angebot um die ebenfalls neue Route Delhi–Brüssel–New York (JFK)
erweitert. Diese Route ersetzte die bis anhin geflogene Route
Delhi–Brüssel–Toronto. Alle interkontinentalen Flüge verkehren
grundsätzlich über Brüssel, dem Europahub und Flug-Drehscheibe von Jet
Airways. Die beiden Routen Mumbai–Brüssel–Newark und Delhi–Brüssel–JFK werden mit den Flugzeugen des Typs
B777-300 geflogen. Beide Flugrouten mit der «triple seven» werden in
einer Drei-Klassen-Konfiguration geführt und verkehren ebenfalls
täglich.

Die Expansionspolitik der indischen Airline geht aber noch weiter: Seit
dem 28. Oktober 2007 fliegt Jet Airways  täglich von ihrem
europäischen Hub in Brüssel ins indische Chennai sowie nach Toronto.
Diese jüngste Route Chennai–Brüssel–Toronto wird mit dem neuen Airbus
330-200 in einer Zwei-Klassen-Konfiguration geflogen. Mit dieser
Neuerung wird zum ersten Mal der Süden Indiens mit dem Norden von
Amerika direkt verbunden.

Auf die neuen Verbindungen nach Amerika und Europa erntet die Jet
Airways positive Resonanz: «Unsere Langstreckenverbindungen sind sehr
gut angekommen», sagt Marco Franzoni, Manager Leisure Sales für Jet
Airways beim Airlinecenter. War die indische Airline bis anhin in
erster Linie für Geschäftsreisende interessant, öffnet sich jetzt ein
neuer Markt. «Seit unserer neuen Mumbai–Brüssel–Newark Route hat sich
für uns die Türe zum Leisure-Bereich geöffnet», freut sich Franzoni.
Einzelne Reiseveranstalter sehen das neue Angebot der Fluggesellschaft
als attraktive Alternative. «Das merken wir vor allem im Bereich der
Pauschalanbieter. Bei den Buchungseingängen der TOs verzeichnen wir
grosse Zuwächse.»

Auch die Schweiz profitiert von der Destinationserweiterung bei Jet
Airways. Tägliche Verbindungen von Zürich, Basel und Genf nach Brüssel,
durchgeführt von den Partnerairlines Brussel Airlines und Swiss,
sollten einen reibungslosen Anschluss an die Jet Airways Flüge Richtung
Amerika oder Indien garantieren. Umsteige- und Wartezeiten in Brüssel
betragen jeweils nicht mehr als eine Stunde.

Die Auslastung der Flugrouten mit Schweizer Passagieren nach Indien und
Nordamerika zeigt sich aktuell in einem Verhältnis von ungefähr 4:1
(viermal bessere Auslastung der Indienflüge im Vergleich zu den
Nordamerika-Flügen). «Unsere Nordamerika-Flüge müssten wir noch besser
promoten. Jet Airways wird aktuell von den Agenten und Veranstaltern
noch immer als Airline wahrgenommen, die in erster Linie Indien
anfliegt», sagt Marco Franzoni.

Ab dem 15. Januar bis 15. März 2008 habe die Airline eine Überkapazität
für Transatlantikflüge nach Nordamerika. Dies entspreche jedoch den
Erwartungen, erklärt Franzoni weiter. Grundsätzlich ist das
Transatlantik-Geschäft bei der indischen Privatlinie aber sehr gut
angelaufen. Und Gründer Naresh Goyal hat ein klares Ziel vor Augen:
«Jet Airways wird in den nächsten Jahren zu den fünf wichtigsten
Fluglinien der Welt gehören.»

Jet Airways verfügt derzeit über eine Flotte von 75 Flugzeugen. Dazu
gehören 53 Boeing 737-400/700/800/  900, 8 Boeing 777-300, 8 ATR
72-500 Turbopropellermaschinen sowie 6 Airbus A330-200.

Mirjam Panzer

552 Quadratmeter Luxus und Design

Gestresste Transitpassagiere von Jet Airways auf dem Weg nach
Indien oder Amerika können sich nun in der neuen Edellounge der
Fluggesellschaft von ihren Reisestrapazen erholen. Die 552 Quadratmeter
grosse Lounge befindet sich auf dem Europahub der Jet Airways, in
Brüssel. Sie liegt am Abfluggate B. Also direkt bei den Gates von Jet
Airways. Für das edle Design der luxuriösen und komfortablen Lounge
sorgten die amerikanischen Architekten SOM (Skidmore, Owings und
Merrill LLP). First-Class-und Business-Kunden können sich eine
individuelle Ruheoase schaffen. So können in der Lounge speziell lange
Vorhänge zugezogen werden, die eine optimale Raumaufteilung schaffen.
Geschäftskunden kommen in der neuen Lounge jederzeit per
W-LAN ins Internet. Zusätzlich verfügt die Luxuslounge über eine grosse
Anzahl diverser Zeitschriften und Zeitungen, und die ganze Lounge ist
mit LCD-Fernsehern ausgerüstet. Jet Airways will künftig das Angebot in
der Lounge noch erweitern: So soll den Reisepassagieren bald eine
Massagemöglichkeit als zusätzliche Dienstleistung zur Verfügung stehen.
    

MIP